VCO-Damen feiern trotz 0:3 gegen SCU Emlichheim letzte Volleyball-Party der Saison
OSNABRÜCK. Für solche Abende lohnt sich Engagement für den Sport! Die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück haben zwar ihr letztes Heimspiel der Spielzeit 2025/26 mit 0:3 (15:25, 17:25, 20:25) verloren, boten dennoch dem neuen und alten Meister SCU Emlichheim beherzt Paroli und durften zurecht die emotionaleAtmosphäre der mit weit über 500 Zuschauern bestens gefüllten Schlosswallhalle genießen. Die MVP-Medaille in Silber ging erstmalig an Mailin Kreymborg. Der SCU feierte den eingefahrenen Meistertitel, der VCO bedankte sich bei seinen Sponsoren, langjährigen Leistungsträgerinnen und verdienten Mitstreitern. Trotz all der tollen Momente vom Samstagabend geht für den Tabellenneunten (vor den Sonntagsspielen) der Blick nun Richtung zwei Wochen, wo nach den letzten Entwicklungen und der aktuellen Ergebnisse in Düsseldorf wider erwartend noch ein „Endspiel um den Klassenerhalt“ bevorsteht – und das mit zehn Saisonsiegen.

KRAUS: „MIT LEISTUNG VOLL ZUFRIEDEN, MIT DEM ERGEBNIS NICHT SO“
Ehre wem Ehre gebührt, die mitgereisten Emlichheimer Fans hielten auf der Tribüne bereits nach dem zweiten Satz in goldenen Lettern stolz den Schriftzug „Meister“ in die Höhe. Das Team bot auch in Osnabrück eine beeindruckende Vorstellung und durfte verdientermaßen noch lange in der Halle seine Titelverteidigung und die Zweitliga-Meisterschaft 2025/26 feiern.
Aber auch beim unterlegenen VC Osnabrück konnte niemand wirklich traurig sein, die Art und Weise, wie die VCO-Damen als Aufsteiger dem absoluten Ausnahmeteam der 2. Liga Nord entgegengetreten waren, war aller Ehren wert „Wir sind mit der Leistung voll zufrieden, mit dem Ergebnis nicht so. Die Punkte und den Sieg holen wir dann halt jetzt in Düsseldorf“, attestierte VCO-Coach Gunnar Kraus seinen Spielerinnen eine gute Vorstellung. „Ich bin sehr froh, dass das, was wir uns heute vorgenommen haben, zum Beispiel, dass wir in der Annahme nicht abgeschossen worden sind, geklappt hat. Und die Zuschauertendenz bei uns ist natürlich auch bombe.“, freute sich Kraus.
Außenangreiferin Mailin Kreymborg überzeugte mit Schlaghärte, vielen Gewinnpunkten und gratulierte fair dem Gewinner. „Emlichheim ist in allen Elementen sehr gut und hat eine so super Saison gespielt. Die hatten einen sehr hohen Block und so war es für uns schwierig, Punkte zu machen. Außerdem haben sie in der Abwehr dann auch alles rausgekratzt“, zeigte sich die Lohnerin in Reihen des VCO sehr beeindruckt. „Unsere Annahme fand ich aber sehr stabil, leider haben wir zu viele Fehler gemacht.“
GEGEN DIESES EMLICHHEIMER TEAM KAUM WAS ZU MACHEN
Die Gäste aus Emlichheim brauchten einen Sieg für die Meisterschaft, die gastgebenden VCO-Damen hofften im Kampf um den Klassenerhalt auf einen Sensationspunkt, so die Ausgangslage. Und die volle Halle sah von Beginn an ein emotionsgeladenes Duell David gegen Goliath.
Die mit einer Top-sieben besetzten Emlichheimerinnen demonstrierten von Beginn an ihr volles Potenzial mit starken Aufschlägen, einer überragenden Zuspielerin Jana Brüning (MVP Gold) und diversen Variationsmöglichkeiten mit enormer Dynamik im Angriff. Dazu kam eine reaktionsschnelle Block-Feldabwehr. Der VC Osnabrück ließ sich trotz der Klasse auf der anderen Netzseite nicht „unterbuttern“ und hielt mit hohem Einsatz über die gesamte Partie dagegen. Deutlicher Unterschied zu den Gästen war aber eine zu hohe Fehlerquote im Übereifer.
Im ersten Satz lag Emlichheim schnell mit 9:4 vorne, baute den Vorsprung mit kompromisslosen Angriffen auf 20:9 aus und gewann den Durchgang schließlich mit 25:15. Am Ende hielt der VCO um eine starke Mittelblockerin Jolina Tönsing und die druckvolle Außenangreiferin Mailin Kreymborg immerhin nochmal dagegen und hielt das Ergebnis so in Grenzen.
In Abschnitt zwei änderte sich am Spiel wenig, Der Favorit aus der Grafschaft dominierte, Osnabrück kämpfte, konnte aber zu selten schnell punkten und verzweifelte immer wieder. Bis zum 7:9 war es eng, danach zog der Favorit allerdings durch eine Aufschlagserie von Lona Volkers auf 8:19 davon. Aber auch hier blieb Osnabrück mit einer großartigen Kulisse im Rücken stabil und kämpfte sich nochmal zwischenzeitlich auf 14:21 heran, ehe die Gäste den Sack zum 25:17 zuschnürten.
Nach der Pause starteten die VCO-Damen in den dritten Satz noch motivierter als zuvor und mit einer 5:3-Führung, was Emlichheim die erste Auszeit nehmen ließ. Die brach den Osnabrücker Rhythmus und der SCU zog das Momentum erneut zur eigenen 11:7-Führung auf seine Seite, was der VCO bis zum 12:11 konterte. Bei allen Bemühungen der Gastgeberinnen bleib der Meister letztendlich jedoch meisterlich cool und spielte die Partie unter großem Jubel seiner Fans sauber mit 25:20 zu Ende.
DANK AN LINDA, LENA, REBECCA UND VIELE ANDERE
Letzter Heimspieltag ist beim VC Osnabrück immer ein besonderer Abend mit Dankesreden und viel Applaus. Das Osnabrücker Kinderhospiz bekam einen Scheck in Höhe von 2800 Euro überreicht, die durch Zuschauerspenden beim Spiel gegen Bonn zusammengekommen waren – verdoppelt vom VCO-Hauptsponsor Volksbank. Einen riesigen Sonderapplaus erhielten zudem die verdienstvollen Leistungsträgerinnen der vergangenen zehn Jahre Linda Dieckmann, Lena Thiel und Rebecca Land, die ab Sommer nicht mehr zum Team der 1. Damen gehören werden.
Ebenfalls mit großen Ovationen bedacht wurden die vielen ehrenamtlichen Helfer, ohne die die gesamte Zweitligasaison nicht zu schultern gewesen wäre, allen voran Jonas Pottebaum, Ben Kemper (Spieltagsorganisation), Nils Kuhlmann (Licht, Technik und Livestream), Dennis Kurth (Hallensprecher) sowie Peter Vorberg (Medienarbeit) und Martin König (Fotos). Im großen Rahmen geehrt wurde ferner die weibliche U16 für Platz drei bei der Nordwestdeutschen Meisterschaft.
LETZTES SPIEL IN DÜSSELDORF WIRD ZUM ENDSPIEL
Am heutigen Sonntag blicken beim VCO zunächst erstmal alle auf die Partie Schwerin II gegen Düsseldorf, deren Ergebnis die Ausgangslage für den letzten Spieltag bestimmt. Am Samstag, 25. April reist das VCO-Team dann zum finalen Spiel nach Düsseldorf, wo es um 19 Uhr ein richtiges Endspiel um den Klassenerhalt geben wird – vorbehaltlich aller Entscheidungen der VBL nach Saisonende.


