VCO-Damen wollen gegen den „Fast-Meister“ SCU Emlichheim punkten
OSNABRÜCK. Der „Fast-Meister“ der 2. Liga Nord kommt in die Hasestadt und bietet beim letzten VCO-Heimspiel am vorletzten Spieltag der 2. Liga Nord einen ganz besonderen Aufhänger. Die Zweitligavolleyballerinnen des VC Osnabrück empfangen am Samstag (11.4., 19.30 Uhr) den SCU Emlichheim, der in der Schlosswallhalle mit seinem 22. Saisonsieg die Titelverteidigung unter Dach und Fach bringen kann. Aufgestiegen sind die Grafschafterinnen bereit, die VCO-Damen träumen von einer Sensation, sprich von einem Punktgewinn gegen das Ausnahmeteam. Für den Gastgeber könnte der in puncto Platz acht oder neun und damit dem ganz sicheren Klassenerhalt in der Endabrechnung doch nochmal ganz wichtig sein. Deshalb heißt es, gemeinsam großes Erreichen. Die VCO-Damen setzen mehr denn je auf ihre magische Heimspielkulisse.

QUISTORFF: „WIR MÜSSEN ZWEIMAL MIT HUNDERT PROZENT SPIELEN“
Die Volleyballliga (VBL) hatte kürzlich telefonisch mitgeteilt, dass sich an der angedachten Regelung von zwei Absteigern (unabhängig vom VCO Münster) aufgrund der Absteiger in der 2. Liga Pro möglicherweise was ändern wird. Ein Passus macht das möglich. In der Liga drüber werden mit TV Hörde und BBSC Berlin zwei Teams in die 2. Liga Nord absteigen, sodass nun eventuell daraus folgend drei Teams in die 3. Liga runter gehen sollen. Das würde heißen, auch der Zehnte in der 2. Liga Nord würde einen Abstiegsplatz belegen. Der sicher geglaubte Klassenerhalt für das VCO-Team könnte somit nochmal wackeln. Es gibt immerhin noch andere Varianten, dass dies Szenario nicht eintritt – Stichwort Wildcards 2. Liga Pro, Stichwort Ligazugehörigkeit VCO Münster oder Stichwort Aufstiegsverzicht aus der 3. Liga.
„Vieles ist noch möglich, wir wollen dem Ganzen aber aus dem Wege gehen und noch punkten“, sagt Gunnar Kraus als Trainer und 2. Vorsitzender des VC Osnabrück. Die VCO-Damen (30 Punkte, 22 Spiele) belegen aktuell Rang acht, liegen allerdings aufgrund der restlichen Begegnungen der Konkurrenz noch in Reichweite vom Zehnten Schweriner SC II (26 Punkte, 21 Spiele) und Neunten BSV Ostbevern (27 Punkte, 22 Spiele). Auch der Siebte TuSa City Girls Düsseldorf (31 Punkte, 22 Spiele), zu dem die VCO-Damen am letzten Spieltag reisen, muss sich nun wieder Sorgen machen.
Dennoch herrscht beim VCO Vorfreude auf den letzten Heimauftritt, denn der ist immer ein besonderer Abend, um Spielerinnen zu verabschieden oder ehrenamtlichen Helfern Dank zu sagen. Bis es nach der Partie allerdings dazu kommt, steht der Sport zunächst im Mittelpunkt und der erhält aufgrund der neuen Ausgangslage besonderes Feuer. Nach einer zweiwöchigen Osterpause wollen die VCO-Damen alles reinhauen und dem Favoriten einen großen Fight liefern, um vielleicht die Sensation schaffen zu können. Medienvertreter aus der Grafschaft sind vor Ort – vielleicht umsonst, so der große Anreiz für den VCO.
„Die Saison ist für uns noch nicht zu Ende, gerade durch die Meldung der VBL Wir haben noch zwei Partien und die müssen wir mit hundert Prozent spielen“, erklärt Philippe Quistorff , der zweite VCO-Coach neben Gunnar Kraus. „Jetzt heißt es für uns in den zwei Spielen, punkten, punkten, punkten ist angesagt.“
Dass das gegen Emlichheim sehr schwer werden wird, ist allen bewusst. Dennoch gibt es immer Chancen, wie Quistorff als erfahrener Trainer weiß. „Es wird definitiv ein sehr schweres Spiel, die sind aber noch nicht Meister. Wir wollen gut spielen, wir wollen punkten – mehr nicht“, sieht der französische Ex-Nationalspieler den Druck bei den Gästen. „Die machen wie andere Teams auch Fehler, deshalb müssen wir Druck ausüben. Das können wir.“
SCU EMLICHHEIM BEREITS IN DIE „PRO“ AUFGESTIEGEN
Der SCU Emlichheim wird in Feierlaune und vielen Fans anreisen, denn der Aufstieg in die 2. Liga Pro steht bereits fest, weil Verfolger USC Münster II nicht aufsteigen darf. Der Club von der niederländischen Grenze hat die nächst höhere Liga auch schon wirtschaftlich festgezurrt. Allein die Titelverteidigung in der 2. Liga Nord steht bei derzeit fünf Punkten Vorsprung noch nicht gänzlich fest, wofür der SCU Emlichheim in Osnabrück noch einen Punkt, also zwei Sätze, benötigt.
Das Team des erfahrenen Trainers Axel Büring gewann nicht nur das Hinspiel gegen den VC Osnabrück problemlos mit 3:0 (25:16, 25:10, 25:9), sondern auch 21 der 22 bisher ausgetragenen Partien. 62 von 66 möglichen Punkten stehen auf der Habenseite, lediglich beim 2:3 in Schwerin sowie bei den 3:2-Siegen in Cottbus und gegen Hildesheim gab es für den SCU keinen „Dreier“. Zudem erwähnenswert: In der Rückrunde musste der Spitzenreiter noch keinen einzigen Punktverlust bei acht 3:0- und zwei 3:1-Siegen hinnehmen.
Dementsprechend groß ist für den VC Osnabrück die Herausforderung, den Grafschafterinnen ein Bein zu stellen. Das SCU-Team ist auf allen Positionen glänzend besetzt. Vielleicht liegt in der Kadertiefe ein Anknüpfungspunkt für wenn überhaupt vorhandene Schwächen. Dreh- und Angelpunkt ist Zuspielerin Jana Brüning (Nr. 7). Über die Angriffspositionen sorgen Lona Volkers (Nr. 15, Außen), Lisa Louvrink (Nr. 12, Diagonal) und Emely Tranel (Nr. 15, Mitte) für enormen Druck. Dazu steht mit Libera Leonie Klassen (Nr. 1) eine außergewöhnliche „Abwehrkatze“ auf dem Feld. Im Hinspiel waren es außerdem zahlreiche gefährliche Aufschläge, die immer wieder leichte Punkte ermöglichten.

