VCO-Damen bleiben trotz 0:3-Niederlage in Düsseldorf in der 2. Bundesliga
DÜSSELDORF. Was ein letzter Spieltag, was für eine Dramatik für die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück im Saisonendspurt. Erst war der Klassenerhalt eigentlich schon lange sehr wahrscheinlich gewesen, dann nach einigen Entwicklungen wieder nicht. Und nach dem 0:3 (15:25, 23:25, 22:25) am Samstag bei den TUSA Citygirls Düsseldorf schien der Abstieg eigentlich besiegelt. Doch eine Nachricht der Volleyball Bundesliga (VBL) ließ die VCO-Delegation doch noch ausgelassen jubeln, weil der zehnte und viertletzte Platz jetzt doch wie ursprünglich vorgesehen für ein weiteres Jahr 2. Liga reicht Was folgte, war eine lange Partynacht in der Düsseldorfer Altstadt.

KRAUS: „ICH BIN AM ENDE NUR ERLEICHTERT“
Die VBL-Entscheidung sollte den Teams vorab vor den finalen Spielen verborgen bleiben, die freudige Nachricht verkündeten die beiden Coaches Gunnar Kraus und Philppe Quistorff dann aber direkt nach der 0:3-Niederlage. Dementsprechend gut war die Stimmung bereits bei Trainern, Spielerinnen und Fans in der Halle, weil auch Düsseldorf den Ligaverbleib mitfeiern konnte. Sportlich fiel die Analyse nüchtern aus. „Das war leider heute deutlich zu wenig, aber die vielen Krankheiten im Vorfeld waren für unsere Vorbereitung eine Katastrophe. Und den Ausfall von Lisanne konnten wir überhaupt nicht kompensieren“, meinte Gunnar Kraus. „Wir sind noch eine junge Mannschaft und uns fehlt in solchen Situation wie heute noch sehr viel an Erfahrung. Wir haben auf ein besseres Spiel gehofft, sind aber nicht überrascht, dass wir das so nicht hingekriegt haben.“ Philipp Quistorff hatte trotz der glatten Niederlage eine ordentliche Leistung gesehen. „Alles war auch heute nicht schlecht. Düsseldorf hat halt super gespielt und unheimlich viele Bälle abgewehrt. Düsseldorf hat nicht spektakulär gespielt, aber mit viel Erfahrung die Bälle immer im Spiel gehalten. Wir sind noch nicht ganz so weit.“
Beim Rückblick auf die Saison hellte sich die Laune der beiden spürbar auf und die riesige Erleichterung war den Trainern anzumerken. „Platz 10 ist das, was wir vor der Saison erreichen wollten, das haben wir erreicht und sogar noch deutlich mehr geschafft, so wie wir uns verbessert haben. Ich bin am Ende nur erleichtert, dass sich unsere super Arbeit übers Jahr ausgezahlt hat und wir weiter 2. Liga spielen können“, so Kraus. „Unsere Entwicklung, die wir übers Jahr gemacht haben, ist großartig gewesen. Die Saison war erfolgreich und ein Sieg heute wäre die Kirsche auf der Torte gewesen. Aber es hat ja gereicht, so wie die Liga mit zwei Absteigern ursprünglich geplant hat. So ist es ja jetzt auch gekommen“, freute sich Quistorff.
SENDNER: „WIR SIND ALLE SCHON SEHR STOLZ“
Den Spielerinnen war nach der super Nachricht ebenfalls eine riesige Erleichterung anzumerken. Maya Sendner huschte ein breites Lachen übers Gesicht. „Nach dem Spiel direkt überwog schon die Enttäuschung über unsere Leistung heute. Wir brauchten einfach kurze Zeit, darüber hinwegzukommen. Jetzt aber nach der Meldung, dass wir in der 2. Liga drin bleiben, sind wir schon alle stolz auf uns und die Saison.“
Das Team schaffte für den VC Osnabrück in der 2. Liga den Klassenerhalt: Julia Bartholomaeus, Charlotte Berelsmann, Karlotta Bergmann, Dina Dell, Merit Dresing, Agatha Janzen, Maria Koop, Lea Koopmann, Mailin Kreymborg, Lisa Lammers, Rebecca Land, Maja Lange, Lotta Lorenz, Lisanne Masselink, Maya Sendner, Lena Thiel Jolina Tönsing. Trainer Gunnar Kraus, Philippe Quistorff. Teammanager Leon Albrecht.
FEHLEN VON KAPITÄNIN MASSELINK NICHT ZU KOMPENSIEREN
Der erste Satz ging in Düsseldorf deutlich mit 25:15 an die Gastgeberinnen. Die VCO-Damen hatten an diesem Samstag trotz allem Bemühen so ihre Probleme, den richtigen Block zu stellen – sonst eine absolute VCO-Stärke. Viele Bälle flogen in allen Sätzen ins Aus. Auch im zweiten Abschnitt lag der VCO klar zurück, kam dann aber heran und glich zum 23:23 aus. Doch im Satzfinale hatten die Osnabrückerinnen Pech: Ein Block ins Aus und ein Annahmefehler bedeuteten das 23:25.
Durch den Gewinn des zweiten Durchgangs hatte Düsseldorf den Klassenerhalt nun bereits sicher in der Tasche. Der VCO verpasste es danach aber, den Leistungsabfall der geretteten Düsseldorferinnen zu nutzen. Eine 10:2-Führung in einem am Ende umkämpften dritten Durchgang reichte nicht. Den Gästen fehlte die Durchschlagskraft im Angriff ohne Topspielerin und Kapitänin Lisanne Masselink, die wegen eines wichtigen privaten Termins fehlte.
Einen persönlichen Erfolg durfte Außenangreiferin Mailin Kremborg mit nach Hause nehmen, die zum zweiten Mal in Folge als MVP der VCO-Mannschaft ausgezeichnet wurde und in der kommenden Saison fest von BW Lohne nach Osnabrück wechseln wird. Bisher war die 17-Jährige mit Zweitspielrecht ausgestattet.

