VCO-Damen erkämpfen sich beim 2:3 gegen Aufsteiger Grün-Weiß Eimsbüttel einen Punkt zum Saisonstart
OSNABRÜCK. Die Volleyballerinnen des VC Osnabrück hatten auf einen Sieg gehofft, am Ende blieb beim Zweitligaauftakt im Heimspiel gegen Grün-Weiß Eimsbüttel ein hochspannender Schlagabtausch über knapp zweieinhalb Stunden und eine 2:3 (19:25, 24:26, 25:21, 25:22, 13:15)-Niederlage gegen einen Aufsteiger vor vollbesetzter Halle. Die rund 600 Zuschauer am Schlosswall, die dank Hauptsponsor „Vereinigte Volksbank eG“ diesmal freien Eintritt genossen, waren begeistert, die VCO-Coaches Gunnar Kraus und Philippe Quistorff nehmen mit ihrem Team einige Themen mit in die kommenden Trainingswochen. Immerhin zeigt der Punktgewinn durch das Erreichen des Tiebreaks nach 0:2-Satzrückstand, dass der VCO wieder konkurrenzfähig ist und durchaus zuversichtlich in die Spielzeit 2026/27 gehen kann. MVP-Silber ging an VCO-Diagonalangreiferin Lisanne Masselink, die ihr Team im dritten Satz mit starken Aufschlägen in die Partie zurückführte. Um ein Haar hätte es gegen einen überzeugenden Gegner noch zum Sieg gereicht.

KRAUS: „WAREN PHASENWEISE WIE DAS KANINCHEN VOR DER SCHLANGE“
Die Sichtweise auf die Partie war bei den Protagonisten durchaus unterschiedlich. Ein Spiel, was bei diesem Verlauf mit einer verspielten klaren Führung im Tiebreak mit 15:13 zu Ende geht, lässt sicher auch viel Interpretationsspielraum. VCO-Coach Gunnar Kraus war jedenfalls nur sehr bedingt einverstanden mit dem Auftritt seines Teams. „Das war heute zu wenig. Der Druck war am Anfang wohl zu hoch, dass wir gar keinen Volleyball gespielt haben. Das wurde im Verlauf der Partie dann besser“, analysierte Kraus. „Es gab Phasen, da haben die Mädels auf dem Feld gestanden, wie das Kaninchen vor der Schlange – völlig erstarrt, keine Aktionen. Ab den zweiten Satz wurde es besser. Am Ende haben uns leichte Fehler im Tiebreak den Sieg gekostet“, meinte der VCO-Coach, der trotz der Auftaktniederlage gegen einen Aufsteiger positiv nach vorne blickt. „Wir haben uns gerade noch einen Punkt erkämpft. Das ist okay. Dass wir im mentalen Bereich arbeiten müssen, wussten wir und das hat man heute gesehen. Daran und besonders an die Spieldisziplin werden wir mit Ehrgeiz und Geduld rangehen“, so Kraus.

Lisanne Masselink, die einmal mehr beim VCO die MVP-Silbermedaille entgegennehmen durfte, sah das Spiel etwas positiver. „Zunächst muss man sagen, Eimsbüttel hat richtig gut gespielt. Wir müssen uns auch noch erst wieder als Team finden, das hat man glaube ich gesehen“, so die VCO-Kapitänin. „Zufrieden können wir damit sein, dass wir nach dem 0:2 überhaupt nochmal zurückgekommen sind. Und im Tiebreak 13:15, das ist natürlich bitter, hätte aber auch andersrum ausgehen können. Wir müssen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern einfach weitermachen.“
Eimsbüttels Trainer Holger Schlawitz konnte zurecht richtig stolz auf sein Team sein, das eine geduldige Spielweise mit einem Sieg gekrönt hatte.. Uns war klar, dass das für uns nach dem 2:0 vor der wirklich tollen und fairen Kulisse kein Spaziergang wird. Ich finde klasse, dass wir im Tiebreak trotzdem nochmal Gast gegeben haben und es nochmal ein Spiel auf Augenhöhe war. Tiebreak ist dann auch ein bisschen Glück.“
ZU HOHE EIGENFEHLERQUOTE UND ZU VIELE UNGENUTZTE CHANCEN
Der Aufsteiger aus Eimsbüttel fand deutlich besser in die Partie und ließ den gastgebenden VCO mit seiner Annahme- und Abwehrstärke zu Beginn hektisch werden. Dazu gestaltete die junge Zuspielerin Josefine Wehmer (MVP Gold) die Angriffszüge der Gäste sehr präzise. Bei Osnabrück dagegen war vom ersten Ballwechsel die Fehlerquote deutlich zu hoch bei Annahme, Aufschlag und besonders der Blocksicherung. Nach einem 7:7 zogen die Hamburgerinnen so über 8:12 und 12:17 vorentscheidend davon. Die stimmgewaltigen VCO-Fans auf der Tribüne fragten sich: wann zündet Osnabrück endlich den Turbo? Im ersten Satz nicht mehr, der ging mit 25:19 verdient an Eimsbüttel.
Im zweiten Durchgang fand Osnabrück nun etwas besser ins Spiel, konnte eine 14:10-, 20:17- und 23:21-Führung jedoch nicht in einen Satzgewinn ummünzen, weil wieder Eigenfehler vieles zunichte machte und Chancen nicht genutzt wurden. Eimsbüttel blieb mit einer bärenstarken Annahme geduldig, wehrte einen Satzball ab und organisierte sich mit 26:24 eine 2:0-Satzführung.
Die VCO-Coaches Quistorff und Kraus tauschten nach einer zehnminütigen Pause dreimal und brachten für Sendner, Koopmann und Bartholomäus Zugang Antonia Meiser als Zuspielerin, Merit Dresing über Außen sowie Dina Dell als Libera und wurden für die Maßnahme belohnt. Ins VCO-Team kam neue Energie und die Aufholjagd begann. Die vorhandenen PS kamen in Person von Lisanne Masselink, Mailin Kreymborg, Lisa Lammers und Co. endlich auf die Straße. Eimsbüttel hielt dagegen, verlor aber zunehmend in einem Abnutzungskampf an Spielkontrolle. Nach einer ersten wirkliche Aufschlagserie von Charlotte Berelsmann gewann der VCO den dritten Satz über 17:16 und 22:16 mit 25:21. Satz vier drehte Osnabrück im Anschluss nach einem 13:17-Rückstand in einem Kraftakt und mit viel Wille sowie dem immer aktiveren Publikum im Rücken noch zum 25:22.
Der Tiebreak war schließlich lange offen, ehe Eimsbüttels schlaggewaltige Mieke Hesse nach 11:9-VCO-Führung drei Asse per Sprungaufschlag reinhämmerte. Beim 13:13 war die Spannung nicht mehr zu überbieten. Die Gäste besorgten sich Matchball, den letztlich Osnabrücks Mailin Kreymborg etwas unglücklich mit einem verschlagenen Angriffsball verwandelte.

ZWEITES SPIEL IN ZWEI WOCHEN IN DÜSSELDORF
Nun heißt es Fehler analysieren und weiter am Spiel und der Mentalität arbeiten. Dafür bleibt ein wenig Zeit, denn das nächste Spiel ist erst am Sonntag, 4. Oktober (16 Uhr). Dann müssen die VCO-Damen zum letztjährigen Mitaufsteiger TuSa Citygirls Düsseldorf reisen, die ihre Auftaktpartie in Leschede ebenfalls verloren, allerdings deutlich mit 0:3.


