HITCHCOCK-THRILLER AM SAMSTAGABEND

VCO-Damen holen sich ersten Heimsieg gegen Bonn bei Bodenpremiere

Foto: Martin König.

OSNABRÜCK. Langweilig wird es selten bei den Heimspielen der Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück, so auch nicht bei der Premiere des Volleyball-Einlegebodens in der Schlosswallhalle am Samstagabend. Wieder fünf umkämpfte Sätze wie schon beim ersten Saisonheimspiel gegen Eimsbüttel, doch diesmal gewannen die VCO-Damen in 2:24 Stunden gegen SSF Bonn einen Fünf-Satz Hitchcock-Thriller nach starker Leistung mit 3:2 (25:23, 25:19, 16:25, 24:26, 15:12) – und das gegen einen keineswegs enttäuschenden Gegner. Die MVP-Goldmedaille bekam VCO-Zuspielerin Maya Sendner überreicht. Das VCO-Team kletterte vorübergehend mit zwei Siegen und einer Niederlage sowie sechs Punkten auf dem Konto auf Platz sieben der 2. Liga Nord.

QUISTORF: „DAS WAR SCHON EIN SEHR SCHÖNES SPIEL“

Maya Sendner war es auch, die im Tiebreak beim Stand von 13:12 für den VC Osnabrück  für die endgültige Entscheidung gesorgt hatte. Erst gelang der 22-Jährigen ein  Monsterblock, danach folgte ein glücklicher Netzroller mit einem Aufschlag – Ekstase auf dem Feld, Riesenjubel auf den gut gefüllten Rängen. „Die Erleichterung nach dem verwandelten Matchball war schon sehr groß, ich war einfach riesig erleichtert, weil es ein Spiel mit Höhen und Tiefen war. Das Ding dann am Ende zu holen, war schon ein cooles Gefühl“, meinte Sendner. „Jetzt wissen wir, dass wir in der Liga auch gegen gute Teams gewinnen können.“

VCO-Coach Philipp Quistorff strahlte über das ganze Gesicht. „Das war schon ein sehr schönes Spiel: Es gab viele lange und spektakuläre Ballwechsel. Die Spielerinnen auf beiden Seiten waren sehr geduldig“, fasste Quistorff zusammen. „Den Ausschlag für den Sieg hat diesmal unsere starke Abwehrleistung gegeben, die wir bisher selten so gebracht haben.“

Bonns Trainerin Claudia Bach machte trotz der Niederlage einen aufgeräumten Eindruck. „Es war insgesamt ein gutes Spiel und am Ende hätten beide als Sieger vom Platz gehen können. Nun war es leider Osnabrück. Ich finde, wir haben noch nicht unseren Rhythmus gefunden. Deshalb werden wir in den kommenden Wochen noch besser werden.“ 

Foto: Martin König.

STARKER MATCH-EINSTIEG SCHLÜSSEL ZUM SIEG

Die Osnabrücker Volleyballerinnen hatten keine Eingewöhnungsschwierigkeiten auf dem neuen Boden mit einer neuen Optik. Mit gewaltigem Aufschlagdruck und klaren Angriffskombinationen setzte die Starting-Six um Zuspielerin Maya Sendner das ambitionierte Bonner Team von Beginn an mächtig unter Druck. Das 7:2-Zwischenergebnis im ersten Satz war ein Richtungsweiser für einen kurzweiligen Abend mit vielen spannenden und langen Ballwechsel. Besonders „die Mitten“ Charlotte Berelsmann und Lisa Lammers brachten per Aufschlag-Service und Block viel Energie ins VCO-Spiel, dem sich Lea Koopmann, Mailin Kreymborg, Lisanne Masselink und Dina Dell anschlossen. Auch die Einwechselspielerinnen Merit Dresing und Lotta Lorenz übernahmen zuverlässig ihren Job – es war insgesamt eine sehr starke VCO-Teamleistung. So ging Satz eins über 14:9, 15:16 und 20:20 mit 25:23 an Osnabrück, weil bei den Gastgeberinnen viel Überzeugung auch in den wichtigen Ballwechseln im Spiel war. Die steigerte sich noch weiter im zweiten Durchgang, der über 8:4, 14:14 und 20:15 mit 25:19 an den VC Osnabrück ging.

Foto: Martin König.

Nach der 2:0-Satzführung und einer zehnminütigen Showpause, in der Maskottchen „Fauli“ mit einer Gesangseinlage Spenden für das Osnabrücker Kindehospiz sammelte, ließ bei den VCO-Damen die Konzentration jedoch leicht nach. Das nutzten die ausgeglichen besetzten Bonnerinnen sofort aus, die ihr Level durchspielten und zuweilen mit Aufschlägen und einer beweglichen Feldverteidigung um Libera Lina Adams (MVP-Silber) sogar noch steigerten. Der dritte Satz ging klar mit 25:16 an die Gäste. Der vierte Abschnitt hatte es dann gerade am Ende richtig in sich. Bonn spielte „von oben weg“ und führte mit 17:12. Osnabrück hielt seinerseits kräftig dagegen und schaffte beim 20:22 nochmal den Anschluss. Als Lisa Lammers eine starke Aufschlagserie zum 24:22 gelang, schien ein Osnabrücker 3:1-Sieg nahe. Doch Bonn wehrte die beiden Matchbälle cool ab und verwandelte gleich den ersten Satzball zum 26:24 – Tiebreak.

Und da war das Selbstvertrauen des VCO plötzlich wieder da und Merit Dresing gelang mit gefährlichen Aufschlägen ein optimaler Einstieg  zum 4:0. Bei 8:2 wurden die Seiten gewechselt, die Gäste kämpften sich nochmals bis auf 11:10 heran – knisternde Spannung. Osnabrück ließ sich aber mit den Fans im Rücken anders als wenige Minuten zuvor diesmal die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und gewann mit 15:12, beziehungsweise 3:2-Sätzen.

Foto: Martin König.

NACH FREIEM WOCHENENDE DOPPELSPIELTAG

Am kommenden Wochenende ist für die VCO-Damen einmal mehr spielfrei wegen des DVV-Pokals. Danach geht es doppelt auf Reisen. Am Samstag, 31. Oktober stellt sich das Team des Trainerduos Gunnar Kraus beim VCO-Münster vor. Einen Tag später, am 1. November wartet das Auswärtsspiel im Sauerland beim RC Sorpesee.