Stimmen zur glatten 0:3-Niederlage von den Spielerinnen und Coaches
GUNNAR KRAUS (Trainer VC Osnabrück)
„WIR HABEN DEN GEGNER GIGANTISCH AUFGEBAUT“

„Wir haben am Anfang Paderborn mit Emotionen überrollt. Trotzdem war auch da schon bei jedem Punkt vom Gegner zu sehen, dass ein solcher Punkt bei uns eine Katastrophe aufgezeigt hat. Da war mir schon klar, wenn sie das erkennen, verlieren wir. – Wir sind einfach noch nicht so weit. Die Annahme, das Fundament des Spiels, war heute nicht vorhanden. Das müssen und werden wir trainieren. Wir haben ohne Annahme und Abwehr gespielt, da verlierst du jedes Spiel. Vorne kann man dann noch so gut sein, wenn die Grundlagen im Spiel nicht da sind. – Heute haben wir den Gegner erst sehr in die Ecke gedrängt und dann gigantisch aufgebaut. Wenn wir den ersten Satz gewinnen, wäre es wahrscheinlich anders gelaufen. So hatten die ein riesiges Selbstbewusstsein. – Wir haben das Spiel schon ernst genommen, meine Spielerinnen leiden unter diesen Spielverläufen auswärts doch selber am meisten. So ein Spielverlauf ist uns zuhause noch nicht passiert — Der eingeschlagene Weg, an unseren Schwächen zu arbeiten, ist noch lange nicht zu Ende, das habe ich schon vor langem gesagt. Die Probleme, die es heute gab, haben wir schon die ganze Saison. – Wir zerbrechen unseren Lauf immer selber durch leichte Fehler, die uns dann runterziehen. Auch Cloppenburg hat im dritten Satz teilweise leichte Fehler in der Annahme gemacht, deren Reaktion war jedoch eine andere. Bei uns übernimmt in solchen Phasen keiner Verantwortung, bei Cloppenburg war das besser. Genau das müssen wir lernen, Verantwortung übernehmen – Wir müssen anfangen, auch auswärts zu punkten, nur zu Hause reicht nicht. Du musst auch auswärts mal Mannschaften schlagen. Zuhause tragen uns meist die Emotionen und die Zuschauer, die unsere Unzulänglichkeiten ausgleichen. Ich hätte trotzdem nicht gedacht, dass das für die Mädels auswärts so ein hartes Brett ist.“
AGATHA JANZEN (Zuspielerin und MVP SilberVC Osnabrück)
„DAS ERSTE MAL MVP IN DER 3. LIGA, DAS FREUT EINEN SCHON“
„Die MVP-Medaille ist sicher ein kleiner persönlicher Erfolg für mich. Das erste Mal MVP in der 3. Liga, das freut einen schon. Dass wir aber nicht mal einen Satz geholt haben, ist natürlich schade. – Der erste Satz wäre auf jeden Fall drin gewesen, wir haben da knapp zu 23 verloren. Unser Start war so klasse mit guten Aufschlägen, wir haben aber das leider mal wieder nicht konstant durchgezogen. Warum wir nach dem 19:9 noch so den Faden verlieren, weiß ich auch nicht. Die Stimmung war da auf dem Spielfeld, es lag aber wohl viel an der Annahme. Dazu muss man sagen, dass Paderborn dann auch gut aufgeschlagen hat. Außerdem haben wir in der Abwehr nicht viele Bälle weggekratzt, obwohl wir gut geblockt haben. – Es ist schwierig zu beantworten, warum wir die Negativläufe immer auswärts nicht stoppen können. Wir müssen die fehlende Konstanz einfach rausbekommen. Weiter trainieren und fleißig sein, lässt sich da nur sagen. – Für die nächste Woche wird wichtig sein, dass die Stimmung trotzdem gut ist, und dass wir in Leschede Mentalität und Selbstbewusstsein zeigen.“
MACIEJ TIETANIEC (Trainer VoR Paderborn)
„DIESE SPIELE MÜSSEN WIR EINFACH GEWINNEN“
„Wir waren fast alle krank, ich inklusive, und hatten letzte Woche nur fünf sechs Leute beim Training. Wenn man krank ist, nicht richtig trainiert, dann funktioniert das Spiel manchmal halt nicht. Dann sieht das aus wie bei uns letzte Woche und Anfang heute erster Satz. Aber im Frauen-Volleyball ist es so, dass man manchmal über die Grenze gehen muss. – Wir mussten wie immer eine Sache finden, wo der Gegner schwächer ist, als wir. Ich habe deshalb unserer Mittelblockerin mit der Nummer 12 Mitte des ersten Satzes den Tipp gegeben: block doch mal diagonal. Danach hat sie zwei- dreimal richtig toll geblockt. Die hat das insgesamt richtig stark gemacht, das war für mich MVP-verdächtig. – Der erste Satz war natürlich ganz entscheidend. Wir lagen zehn Punkte hinten und dann gewinnst du den noch. Ich habe die Mädels im zweiten Satz danach weiter angeheizt und meine Aufstellung etwas gedreht, weil Osnabrück uns in Satz eins mit Aufschlägen an die Wand gespielt hat. – Letzte Woche standen wir in Emlichheim auf dem Feld wie eine Kuh, die aufs Melken wartet. Heute war das anders, Danke auch an das tolle Publikum. – Als wir im zweiten Satz unseren Vorsprung verloren hatten wegen Annahmeproblemen, habe ich meiner Zuspielerin gesagt, dass sie die erfahrenen Spielerinnen anspielt. Lernen können wir im Training, aber nicht jetzt, habe ich allen gesagt. Es ist ein wichtiges Spiel, wo es um drei Punkte geht. – Wir sind alle zufrieden, wir haben gekämpft. Man muss immer ein Gesicht zeigen wie ein Kämpfer, alles andere ist nicht meine Art. Das war heute so. – Das Wichtigste für mich ist, dass meine Mannschaft kapiert hat, dass sie gegen solche Mannschaften wie Osnabrück, die ähnlich stehen wie wir, gewinnen müssen. Das gilt auch für die nächste Woche gegen Lohne, darauf gegen Köln. Die Spiele müssen wir einfach gewinnen, wenn wir unten weg wollen. Wir haben ja drei Punkte abgezogen bekommen wegen zu weniger Schiedsrichter. Das ist so, ich verstehe als gebürtiger Pole diese Regel bloß nicht.“


