VOLLE HALLE, LEIDER OHNE GROßE CHANCE

VCO-Damen verlieren glatt mit 0:3 gegen Tabellenvierten SSF Bonn

OSNABRÜCK. Wieder ein großer Volleyballabend mit vielen Zuschauern, diesmal aber keine Punkte – die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück haben am Samstag in der Schlosswallhalle gegen den starken Tabellenvierten SSF Bonn mit 0:3 (18:25, 20:25, 20:25) verloren und müssen an den kommenden drei Spieltagen weiter um den Klassenverbleib in der 2. Liga Nord kämpfen. Der Erfolg der athletischen Rheinländerinnen geriet nur in ganz wenigen Phasen in Gefahr, zu deutlich war anders als beim VCO-Hinspielsieg die Überlegenheit gerade beim Aufschlag. Viel Lob gab es von den Gästen, die mit Fans angereist waren, für den stimmungsvollen Spieltags-Rahmen. Pausen-Act „Fauli“ sammelte für den guten Zweck fürsKinderhospiz einen stolzen Betrag oberhalb von 2000 Euro, was den Abend trotz der VCO-Niederlage zum Erfolg werden ließ.

Foto: Martin König

QUISRORFF: „WIR HABEN NICHT UNSER SPIEL GESPIELT“

Es war in dieser Saison das erste Spiel vor heimischem Publikum ohne eigenen Satzgewinn, dementsprechend fiel etwas gedämpft die Stimmung aus. Verlieren ohne große Chance fühlt sich immer schlecht an. VCO-Coach Philippe Quistorff ärgerte sich vor allem über den schwachen Start. „Wir haben nicht unser Spiel gespielt. Es ist frustrierend zu sehen, wenn man seine Mittel nicht ausschöpft, die man hat. Da werden wir den Mädels aber weiter helfen. Die Qualität unserer Aufschläge wie sonst war nicht da. Wir haben zu viele Fehler gemacht“, bemängelte Quistorff. „Bonn ist aber auch routiniert, gut organisiert und macht den Punkt tot, wenn es notwendig ist.“ 

Lisanne Masselink, die bereits zum neunten Mal zur VCO-MVP gewählt wurde, war mächtig enttäuscht. „Wir haben heute nicht den Hauch einer Chance gehabt. Zum Schluss waren wir zwar nochmal ein bisschen dran, aber dann hat es trotzdem nicht mehr für mehr gereicht“, meinte die VCO-Kapitänin. „Es hat sich zwischendurch so angefühlt, als hätten wir noch nie Volleyball gespielt. Dann ist das Selbstbewusstsein natürlich komplett im Keller. Wir haben nicht das abrufen können, was wir sonst können.“

STARKE BONNERINNEN VON GROßER KULISSE UNBEEINDRUCKT 

Der Rahmen für einen tollen Volleyballabend mit Lichtshow, Pausen-Act und spannendem Sport war  gegeben, die Tribüne so voll wie nie. Im VIP-Bereich tummelten sich nach einem Sponsorentreff zahlreiche Werbepartner und weitere Fans. Der heimstarke VCO als Tabellenachte traf auf den auswärtsstarken Tabellenvierten SSF Bonn. Viele hofften auf einen Heimerfolg, doch die Gäste hatten was dagegen, die sich nach dem 2:3 im Hinspiel  mit enormer Körpersprache etwas vorgenommen hatten. Und so startete Bonn mit einer druckvollen Aufschlagserie ihrer Zuspielerin Sophie Zimmermann (MVP Gold) und einer schnellen 8:2-Führung in die Partie, was die Richtung für die folgenden 85 Spielminuten vorgeben sollte. Starke Angaben hüben gepaart mit einem variablen Angriffsspiel über alle Positionen, drüben dagegen beim VCO Ratlosigkeit angesichts einer wackeligen Annahme. Zwar arbeiteten sich die VCO-Damen besonders über ihre Mittelblockerinnen Jolina Tönsing und Lisa Lammers langsam in die Partie, die Gäste ließen jedoch keinen Deut locker und holten sich so den ersten Satz verdient mit 25:18.

Der zweite Durchgang war ein Spiegelbild des ersten. Bonn startete druckvoll besonders über die Aufschläge, Osnabrück fing sich wieder zügig einen 2:9-Rückstand ein, der nicht mehr aufzuholen war. Der VCO bekam  einfach keine Sicherheit in seinSpiel, die Eigenfehlerquote in Aufschlag, Annahme und Angriffsschlägen, sprich in fast allen Elementen, war deutlich zu hoch. Bonn spielte derweil mit Routine und Spielwitz mit vielen Roll-Shots und Heber den zweiten Satz konsequent mit 25:20 zu Ende.

Die Osnabrückerinnen wollten aber ihrem Publikum noch etwas bieten und kamen mit sichtbar mehr Wucht aus der Pause. Lisanne Masselink versuchte über Diagonal nun ihr Team mitzureißen, Libera Julia Bartholomaeus überzeugte mit mehreren reaktionsschnellen Abwehraktionen. Die VCO-Damen liefen zunächst zwar einem Rückstand hinterher (3:6, 6:12), kämpften sich allerdings durch Aufschlagserien von Maya Sendner und Lotta Lorenz sowie eine verbesserte Merit Dresing über Außen bis auf 15:16 heran. Bonn blieb trotzdemauch jetzt cool, obwohl die Kulisse unterstützend da war, und setzte sich auf 19:15 vorentscheidend ab. Beim 20:17 folgte ein diskutabler Ball, der den Gästen zugeschrieben wurde. Am Ende jubelte Bonn beim 25:20 über einen völlig souveränen 3:0-Auswärtssieg.

NÄCHSTES SPIEL IN CLOPPENBURG

Die Saison biegt endgültig auf die Zielgrade ein. Am kommenden Wochenende wartet auf die VCO-Damen das wichtige Spiel in Cloppenburg. Spielbeginn ist am Samstag, 28. März, um 19 Uhr in der Sporthalle an der Leharstraße.