VCO-DAMEN I VERLIEREN IN HILDESHEIM

Stimmen zur 0:3-Auswärtsniederlage von den Coaches und Spielerinnen

GUNNAR KRAUS (Trainer VC Osnabrück)

WIR HABEN LANGE PHASEN AUF AUGENHÖHE MIT EINEM SPITZENTEAM MITGEHALTEN“ 

„Der Schiri hat uns leider gekillt heute. Lisa soll beim zweiten Satzball im zweiten Satz angeblich vor dem Ball auf dem Boden gewesen sein, das geht natürlich nicht. Aber egal. Wir sind super zufrieden. Wir ärgern uns dennoch über den Anfang, über den Hänger bei der Annahme im zweiten Satz, den wir fast gewonnen hätten. Aber insgesamt haben wir lange Phasen auf Augenhöhe mit einem Spitzenteam mitgehalten. Die Nummer 8, eine der Hauptangreiferinnen, haben wir zum Beispiel völlig aus dem Spiel genommen. Wir haben leider nur wieder verloren, weil wir uns in den wichtigen Momenten mit dummen Fehlern einmal mehr selber geschlagen haben. – Wenn wir dieses Niveau wie heute jedoch halten können, dann gewinnen wir Spiele gegen etwas schwächere Mannschaften. Das Spieltempo war deutlich höher als bisher in unseren Spielen und wir haben nur einen halben Satz gebraucht, uns daran zu gewöhnen. Darauf sind wir schon stolz. Aber wir waren am Anfang tatsächlich überrascht, was von Hildesheim gespielt wurde, das muss man schon zugeben. Wir haben uns im ersten Satz in der Annahme jedoch stabilisiert. – Ich fahre mit einem sehr guten Gefühl nach Hause, weil ich glaube, dass die Mädels nach den letzten beiden Spielen und heute verstanden haben, wie wir Spiele gewinnen können. Gegen so ein Topteam wie Hildesheim darf man verlieren. Schade, dass wir in entscheidenden Phasen nicht das Quäntchen hatten. Darüber ärgere ich mich ein bisschen. Wir sind aber super zufrieden mit der Entwicklung in den letzten drei Spielen, so muss es jetzt weitergehen.“

Bild: Peter Vorberg

MAYA SENDNER (Zuspielerin VC Osnabrück)

WIR MÜSSEN AN DER KONSTANZ ARBEITEN; SONST WIRD ES SCHWIERIG“

„Meine Enttäuschung überwiegt gerade. Im zweiten Satz haben wir gezeigt, dass wir zurecht jetzt in der 2.Liga spielen. Es waren gute Passagen da, aber den zweiten Satz müssen wir zumachen. Wir waren sechs oder sieben Punkte vorne, das müssen wir einfach lernen. Sowas verzeiht dir in der 2. Liga keiner mehr. Vielleicht wäre das Spiel  noch anders gelaufen, den zweiten Satz müssen wir einfach mitnehmen bei den Chancen. Und im dritten müssen wir dann besser starten und nicht sechs Punkte hinten liegen. Das darf uns einfach nicht passieren. – Bei Hildesheim sieht man generell, wie gut die spielen. Da macht niemand dumme Fehler. Das muss man dann auch anerkennen, dass die es heute sehr gut gemacht haben. Aber wir müssen dennoch unsere Wege finden, wie wir dagegen ankämpfen können. – Ich weiß nicht, ob es bei uns die Annahme in entscheidenden Augenblicken ist., die wackelt. Vielleicht merkt in den Momenten plötzlich jeder, dass wir  gegen einen guten Gegner was gewinnen können. Aber ich glaube, das kommt mit der Zeit. Wir haben ja schon Spiele gezeigt, dass wir in dem Moment wichtige Bälle gut annehmen. Es fehlt uns nur gegenwärtig die Konstanz. Daran müssen wir arbeiten, sonst wird es schwierig. – Ja, die Schiri-Entscheidungen, ich würde aber nicht sagen, dass alle wichtigen Entscheidungen immer gegen uns ausfallen. Dennoch ist es natürlich ärgerlich, dass der Schiri den Rebound Ende des zweiten Satzes abpfeift. Dadurch macht er natürlich das Spiel kaputt. Trotzdem müssen wir damit leben. Es liegt immer an uns und nicht an dem Schiedsrichter, würde ich sagen. Wir hätten einfach früher den zweiten Satz zumachen müssen.“

MATTHIAS KELLER (Trainer Team 48 Hildesheim)

ICH BIN MIT DER ANNAHME UND DER ATTITUDE ÜBERHAUPT NICHT ZUFRIEDEN“

„Für uns ist wichtig, man sollte mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Sicher haben wir das Thema Aufstieg formuliert –  und wenn nicht dieses Jahr, wann dann. Aber das hätte auch letzte Jahr schon klappen sollen und können. Auf der Diagonalposition hatten wir in der letzten Saison eine richtig starke Option, dafür nicht so über die Mitte. Lina Köster hat Diagonal gespielt und sich so gut weiterentwickelt, dass sie nach Hamburg in die 1. Liga gewechselt ist. – Meine Spielerinnen sind leider oft zu faul in der Annahme und schalten ab. Dann passiert sowas wie im zweiten Satz. Das ist nicht akzeptabel, das müssen sie wissen, die Faulheit akzeptiere ich nicht. Man kann sich zwar über ein 3:0 freuen und wir gewinnen auch noch den zweiten Satz, aber das Verhalten, die Attitude, das geht nicht. — Dass wir zwei Tage hintereinander spielen mussten, das zieht auch nicht als Argument, die Außen haben gestern nicht gespielt. Es geht besser, deshalb bin ich mit der Annahme überhaupt nicht zufrieden. Wenn man sich nämlich verbessern will, muss man das einfach bringen. – Im zweiten Satz, als Osnabrück vorne lag, waren die zu dumm. Sie haben genau in dieser Situation angefangen, im falschen Augenblick Fehler zu machen. Nele Schmitt hat das in der Phase bei uns sicher gut gemacht, aber da kamen beim VCO plötzlich  wieder die Annahmefehler. Ich finde, mit dem Potenzial müsste Osnabrück eigentlich besser spielen, da ist Potenzial da. – Schlussfazit für uns, wir müssen die Sensibilität für die Annahme erhöhen. Im Angriff verstehen wir uns. Wenn wir den Ball ans Netz bringen, sind wir nicht zu blocken. Wir spielen deutlich schneller als alle anderen.“