VCO-DAMEN I VERLIEREN BEIM SCHWERINER SC II

Stimmen zur 0:3-Auswärtsniederlage von den Spielerinnen und Coaches 

GUNNAR KRAUS (Trainer VC Osnabrück)

MAN SIEHT, DASS WIR UNS ENTWICKELN“

„Wir sind grundsätzlich zufrieden und finden das 0:3 etwas zu hart für unsere Leistung. Wir haben es aber auch im zweiten und dritten Satz selber etwas verspielt. Uns fehlten jeweils zwei Punkte. Wir haben auf wichtigen Positionen mit dem gleichen Alter wie der Gegner gespielt und konnten mithalten. Im ersten Satz haben wir uns etwas beeindrucken lassen. – Es war auch ein mentales Problem, das hat man gerade am Anfang gesehen. Und da müssen wir in den kommenden Wochen einiges tun und investieren. – Wir sind immer noch nicht zufrieden mit der Umsetzung der taktischen Vorgaben, die wir machen. Aber man sieht, dass wir uns entwickeln: Schwerin war letztes Jahr auf Platz sieben und werden sich diesmal noch etwas höher orientieren. Deshalb müssen wir gegen so einen Gegner am Anfang nicht direkt gleich was reißen, das können wir dann später machen. – Wir haben die junge Aufstellung wegen der Annahme gewählt. Da haben wir geguckt, wer in der Annahme am besten drauf ist. Merit war leider nicht dabei wegen Rückenproblemen, die hätte uns möglicherweise dabei geholfen. Trotzdem muss man sagen, dass das Lotta super gemacht hat, obwohl sie letzte Saison wenig gespielt hat und dann jetzt gleich erstes Spiel 2. Liga. Und auch Maya hat sich die MVP-Medaille erarbeitet – Gut hat mir gefallen, dass wir ab dem zweiten Satz gut aufgeschlagen haben. Dann können wir auch mit einem Team aus dem Tabellenmittelfeld der 2. Liga mithalten, wie man gesehen hat. Außerdem haben wir zwischendurch schon gut geblockt. Leider hat dann vieles in der Crunchtime nicht geklappt. – Ob wir schon angekommen sind? Nein, das dauert noch. Wir haben ja vorher eh gesagt, dass die ersten beiden Spiele noch zur Vorbereitung gehören, weil wir alle Probleme mit dreimal die Woche Training so schnell nicht beheben können. Das schaffen andere in der Liga mit mehr Training schneller. Letztes Jahr hat es etwa vier Spiele gedauert, bis wir in der 3. Liga angekommen waren. Diesmal denke ich, dass es schneller geht.“

Bild: Marc Köller

MAYA SENDNER (Zuspielerin VC Osnabrück und MVP Silber)

WIR HABEN IMMER WIEDER GUTE AKTIONEN DABEI GEHABT UND BRECHEN DANN WIEDER EIN“

„Wir hatten heute am Anfang vielleicht zu viel Nervosität. Wir müssen halt lernen, solche Chancen wie im zweiten und dritten Satz ins Ziel zu bringen. Da waren wir nicht mehr konsequent genug und haben zu viele Eigenfehler gemacht. Insgesamt haben wir uns für das erste Spiel in der 2. Liga aber ganz gut verkauft – Wir haben sicher heute mit einer jungen Mannschaft gespielt, aber Charlotte oder Lotta haben sich das auch im Training erarbeitet und richtig gut trainiert die letzte Zeit. Und sie haben es heute ja auch gut gemacht, muss man sagen, obwohl alle sehr nervös waren. Das dürfen sie aber auch sein und haben hinten raus gut gespielt. – Heute hat uns die Konstanz gefehlt, muss man sagen. Wir haben immer wieder gute Aktionen dabei gehabt und brechen dann wieder ein. Im Block konnten wir uns irgendwann durchsetzen, unser Aufschlag wurde auch gut. Dass ist auch das, was wir konstant abrufen müssen, das ist unsere beste Waffe. – Schwerin war im Vergleich zu den Teams letztes Jahr in der 3. Liga besser in der Athletik, das sieht man an der Sprunghöhe und Schlagkraft. Darin waren sie uns ein bisschen voraus. – Insgesamt glaube ich, dass wir schon in der 2. Liga angekommen sind. Der erste Satz war zwar nicht so gut, aber danach haben wir ordentlich gespielt und waren dran. Deshalb sind in den nächsten Spielen irgendwann schon mal drei Punkte drin.“ 

ARNE KRAMER (Trainer Schweriner SC II) 

ICH BIN STOLZ, DASS MEINE SPIELERINNEN SCHON SO EINE MENTALE STÄRKE GEZEIGT HABEN“

„Es war heute nicht einfach: ein unbekannter Gegner, dazu eine eigene unbekannte Mannschaft, weil viele Spielerinnen im Sommer wieder dazugekommen sind – vier fünf. Die Jüngsten sind Jahrgang 2010, dafür machen die das schon richtig gut. – Wir müssen uns als erstes auf uns konzentrieren, das haben die Mädels heute gut gemacht. — Osnabrück hat es uns im ersten Satz auch zum Glück mit vielen Eigenfehlern einfach gemacht reinzukommen. Als die sich stabilisiert haben, wurde es für uns schon deutlich schwieriger. Ich bin vor allem stolz, dass meine jungen Spielerinnen gegen Ende des knappen zweiten und dritten Satzes so eine mentale Stärke gezeigt haben. – Unser Zuspielerin Paulina ist eine unsere Älterenund ist auch letztes Jahr schon unsere wertvollste Spielerin gewesen, die viel Verantwortung übernehmen muss. Aber sie hat es gut gemacht, als sie reingeschmissen wurde und wir hinten lagen. Was ich richtig gut finde in dieser Saison, dass auch unsere älteren Spielerinnen sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Es ist für alle klar, dass wir Talente entwickeln, und dass die jungen Spielerinnen weiter kommen. – Was erwartet Osnabrück in der 2. Liga? Es ist eine semiprofessionelle Liga. Alle versuchen die sportlichen Ansprüche und die beruflichen und ausbildungstechnischen Herausforderungen für die Mädels unter einen Hut zu bringen. Das ist aber ein schwieriger Spagat. Für uns steht natürlich die sportliche Ausbildung absolut im Vordergrund, die Ältesten bei uns sind 19. – Viele Mannschaften versuchen in der 2. Liga insgesamt junge Spielerinnen nach vorne zu bringen. Leider sind viele Teams, die die Ausbildung noch professioneller betreiben, nach oben in die Pro aufgerückt, deshalb ist das Durchschnittsniveau in den letzten zwei Jahren schon etwas nach unten gegangen. Wir müssen deshalb schauen, dass wir uns etwas weiter ins Tabellenmittelfeld oder weiter nach oben orientieren, um die Mädels auch weiter zu fordern und ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Ich denke, die Mannschaft hat die Möglichkeiten dafür, wenn man die ersten Trainingswochen und das heutige Spiel beurteilt, – Ob der VCO die Klasse halten kann, weiß ich noch nicht. Dafür kenne ich die anderen Aufsteiger bisher nicht. Osnabrück wird sicherlich um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Es gibt aber immer drei, vier Mannschaften, die unten dabei sind. Gegen Cottbus sollte Osnabrück auf jeden Fall Chancen haben, sich durchzusetzen. Insgesamt wird man trotzdem kämpfen müssen.“