VCO-Damen verlieren beim RC Sorpesee mit 2:3 nach erneuter 2:1-Führung
SUNDERN. Punktgewinn oder Enttäuschung – für die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück ist die 2:3-Niederlage beim extrem formstarken RC Sorpesee irgendwo zwischendrin zu werten. Der Tabellenachte verteidigte mit dem Punktgewinn seinen Tabellenplatz in einer engen Liga, hätte aber auch gewinnen und den Siebten mit einem möglichen Sieg überholen können. Der Klassenerhalt ist allerdings für den Aufsteiger jetzt so gut wie in trockenen Tüchern – ein Riesenerfolg. Die MVP-Silbermedaille sicherte sich zum zweiten Mal beim VCO für einen beherzten Auftritt die erst 18-jährige Lotta Lorenz. Verabschiedet wurde derweil Zuspielerin Agatha Janzen nach freudiger Nachricht.

KRAUS: „GRUNDSÄTZLICH BIN ICH SEHR ZUFRIEDEN“
Die Spiele des VC Osnabrück versprechen in dieser Zweitligasaison vielfach beste Unterhaltung, so auch am Samstagabend in stimmungsvoller Halle. beim RC Sorpesee Die VCO-Damen absolvierten mittlerweile sechs Fünfsatz-Matches, von denen sie jetzt drei gewonnen und drei verloren haben. Zuletzt hatte es bereits nach Führung eine 2:3-Niederlage gegen Hildesheim gegeben, dementsprechend gab es einige geknickte Gesichter trotz einer insgesamt guten Leistung. So war auch die Gefühlslage bei Trainer Gunnar Kraus zwiegespalten. „Drei Punkte waren drin. Unser Plan ist aufgegangen – die sich austoben lassen und abwarten. Danach hat alles bis in den vierten Satz perfekt geklappt. Man hat jedoch dann gemerkt, dass alle Elemente leider schlechter wurden“, fiel die Analyse des VCO-Coaches gemischt aus. „Wir haben bis in den vierten Satz auf allen Ebenen Druck gemacht, danach nur noch im Aufschlag. Deshalb ärgere ich mich, wie wir Satz vier und fünf weggegeben haben. Trotzdem, grundsätzlich bin ich sehr zufrieden.“
Die stark aufspielende Außenangreiferin Merit Dresing grübelte ebenso ein wenig: „Ich bin schon enttäuscht, wir hätten das Spiel im vierten Satz zumachen können, wir haben ja sehr hoch geführt. Wir wollten weiter unbedingt, aber es klappt dann einfach plötzlich nicht. Uns fehlt da vielleicht noch etwas Erfahrung und die Konstanz.“ Für VCO-Zuspielerin Agatha Janzen, die Mutterfreuden entgegensieht, war es nach zwei Jahren bei den 1. VCO-Damen das vorläufig letzte Spiel. „Ich bin im Moment schon ein bisschen traurig, wir sind als Team unheimlich zusammengewachsen. Aber trotzdem freue ich mich auf die kommende Zeit. Das wird ein komplett neues Kapitel für mich“, so Janzen. „Schade für mich natürlich, dass es zum Abschluss nicht noch drei Punkte geworden sind. Im Laufe des Spiels hatte ich damit eigentlich gerechnet, dass das klappt.“
VCO VERPASST, DEN SACK IM VIERTEN SATZ ZUZUBINDEN
Beide Teams begannen mit viel Aufschlagdruck und begegneten sich im ersten Satz auf Augenhöhe. Beim 18:17 für Sorpesee unterliefen dem VCO allerdings ein, zwei entscheidende Eigenfehler zu viel, die die Gastgeberinnen angeführt von den beiden auffälligen Außenangreiferinnen Bonnie Bastert und Kirsten Prachtel clever auf 21:17davonziehen ließen – Endstand 25:22.
In der Folge wurde die Körpersprache bei den VCO-Damen nun immer besser. Sorpesee wirkte fortan nicht mehr so griffig. Dadurch kippte die Partie Richtung Osnabrück, die Blockarbeit mit Jolina Tönsing, Maya Sendner und Maja Lange war wie schon sooft ein wichtiger Faustpfand. Dazu kam eine immer besser werdende Aufschlagquote durch Sendner, Tönsing, Merit Dresing und Co., die den RC Sorpesee sichtbar in die Defensive geraten ließ. Der zweite Satz ging folgerichtig über 11:8, 16:15und 22:16 mit 25:20an die VCO-Damen. Auch im dritten Durchgang änderte sich daran wenig. Osnabrück dominierte mit starken Aufschlägen und einem klaren Angriffsspiel über Lotta Lorenz, Jolina Tönsing und Lisanne Masselink die Szenerie und so ging auch dieser Abschnitt über 10:10, 15:13 und 20:14 mit 25:21 verdient an die Gäste. Eine Aufschlagserie von Merit Dresing hatte gegen Ende die vorentscheidende Führung mit besorgt.
Im vierten Satz schien das Team der VCO-Coaches Gunnar Kraus/Philippe Quistorff bei einer 13:7-Fürung endgültig auf dem Weg zu einem 3:1-Sieg. Doch mit der Hereinnahme von Diagonalangreiferi Antonia Brenscheidt, einer verbesserten Feldabwehr um Libera Victoria Vornweg (MVP Gold) sowie der Unterstützung des Publikums mobilisierte der RC Sorpesee nochmal die letzten Kräfte und drehte den Satz mit deutlich mehr Zug und Angriffsdruck über einen 18:18-Ausgleich mit 25:23. Der VCO hatte sich gewehrt, dem wachsenden Druck aber nicht mehr standhalten können. Der letzte Wille war nun beim VCO gebrochen, Sorpesee ließ nicht mehr locker und sicherte sich noch den Sieg im Tiebreak über eine schnelle 10:2-Führung mit 15:7. Auch hier war eine Aufschlagserie entscheidend, die der starken Mittelblockerin Pauline Emig von 4:2 zum 10:2 – darunter drei Asse in Folge.
NÄCHSTES SPIEL IN 14 TAGEN GEGEN SSF BONN
Nach einem spielfreien Wochenende vorher, gibt es für die VCO-Damen auch nach dem Spiel beim RC Sorpesee ein weiteres spielfreie Wochenende. Danach empfangen Osnabrücks Zweitliga-Volleyballerinnen am Samstag, 21. März (19.30 Uhr)den Tabellenvierten SSF Bonn in der Schlosswallhalle, wo der Aufsteiger den Klassenerhalt am viertletzten Spieltag frühzeitig sichern kann.


