GROSSER THRILLER-SIEG AM SAMSTAGABEND

VCO-Damen gewinnen Nervenschlacht gegen BSV Ostbevern im Tiebreak mit 17:15

OSNABRÜCK. Große Gefühlsausbrüche bei den VCO-Spielerinnen auf dem Parkett, Standing Ovations auf der Tribüne und am Spielfeldrand im VIP-Bereich – die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück haben am Samstagabend den Zuschauern in der Schlosswallhalle mit einem hochspannenden 3:2 (23:25, 25:19, 25:23, 10:25, 17:15)-Derbysieg gegen den Tabellennachbarn BSV Ostbevern wieder eine fantastische Volleyball-Show geboten und die nächsten zwei wichtigen Punkte in der 2. Bundesliga Nord eingesammelt. Es ging für beide Teams rauf und runter, runter und rauf – am Ende schlug das Pendel Richtung Osnabrück aus. Für die kämpferisch auftrumpfenden VCO-Damen, die auf Rang sieben einen Tabellenplatz hoch kletterten, erhielt Kapitänin Lisanne Masselink bereits zum sechsten Mal die MVP-Medaille, viermal davon in Gold bei einem Sieg.

Foto: Martin König

QUISTORFF: „WIR WAREN EINEN TICK BESSER“ 

Die Emotionen kochten über nach dem verwandelten Matchball durch ein Aufschlag-Ass von Lea Koopmann. Fanschals wedelten in der Luft, die Osnabrücker Zuschauer feierten ihr VCO-Team mit Sprechchören: „Hej, hej – hej Osna hej!“ Sowohl der VCO als auch die Gäste aus Ostbevern, die ebenfalls von vielen Fans lautstark unterstützt wurden. hatten mit „großem Sport“ zu einer fantastischen Atmosphäre beigetragen und waren in einer Spielzeit von 2:21 Stunden an ihre Grenzen herangegangen. 

Der wichtige Sieg bleib jedoch in Osnabrück, was die VCO-Protagonisten natürlich ein strahlendes Lachen aufs Gesicht zauberte. „Das ist ein sehr schönes Gefühl, wenn man in solch einem Spiel den Matchball verwandelt. Von außen war das ganz schrecklich, dieses enge Spiel zu beobachten, das war mega spannend. Und wenn es dann so ausgeht, ist es natürlich umso schöner“, sagte Koopmann, die kurz vor dem Ende zum wiederholten Mal eingewechselt worden war und für die Entscheidung gesorgt hatte. Einer der beiden VCO-Coaches, Philippe Quistorff, zeigte sich sehr erleichtert. „So ein Spiel ist nicht gut für meine Nerven, aber wir haben so etwas genau erwartet, das man schwierige Situationen überstehen muss. Ostbevern hat super gespielt, war sehr unbequem, aber wir waren einen Tick besser“, bilanzierte Quistorff. „Es war ein sehr wichtiges Spiel, weil die in unserer Tabellenregion mitspielen und nun weiter hinter uns stehen, sonst rutscht man schnell immer weiter nach unten. Dieser eine Punkt heute mehr für uns als Ostbevern ist extrem wichtig.“ 

AN SPANNUNG KAUM ZU ÜBERBIETEN

Im Vorfeld konnte angesichts des Hinspiels und der engen Tabellenkonstellation ein spannendes Match erwartet werden und genau so kam es. Beide Mannschaften waren nicht in Bestbesetzung angetreten und konzentrierten sich von Beginn an auf eine kampfstarke Abwehrarbeit. Spektakuläre Ballwechsel und Abwehraktionen gab es in allen Sätzen zu Hauf.

Im ersten Satz lagen die VCO-Damen mit viel Dampf im Spiel lange in der Vorderhand, konnten aber eine 16:9-Führung nicht ins Ziel bringen, weil die Gäste anfingen, ihren Aufschlagdruck deutlich zu erhöhen und ihre Abwehr besser zu organisieren. Beim 17:17war der Durchgang ausgeglichen. Beim 23:22 für den VC Osnabrück schien der Satzgewinn dann trotzdem für Osnabrück greifbar, doch Ostbevern zeigte sich am Ende beim 25:23 als cleverer.

Die Gäste erspielten sich nun ihrerseits Vorteile durch eine super Abwehrarbeit und zwei starken Angreiferinnen Melina Heitkötter und Marie Kolkmann.. Nach einem 12:16 war es Maja Lange, die mit sieben starken Aufschlägen ihr VCO-Team zurück in die Partie und mit 20:16 entscheidend in Führung brachte – Endstand 25:19.

Diesen Schwung nahm Osnabrück nach der Pause in Durchgang drei mit. Merit Dresing und Julia Bartholomaeus standen gut in der Annahme, der Angriff präsentierte sich jetzt durchschlagkräftiger über Lisanne Masselink, Lotta Lorenz und Lea Koopmann. Der Block mit Maja Lange und Jolina Tönsing wurde mehr und mehr zur Waffe. Ostbevern hielt aber kampfstark dagegen und so blieb es konstant eng. Beim 23:23 war es schließlich die Aufschlag- und Nervenstärke von Maya Sendner, die den Ausschlag zum 25:23 für den VCO gab.

Abschnitt vier war daran folgend aus Osnabrücker Sicht ein Satz zum Vergessen, Ostbevern präsentierte sich mit einer starken Libera Franziska Seidel (MVP Silber) als Gummiwand, die die Gastgeberinnen beim 10:25 verzweifeln ließ. Tiebreak – und der war nichts für schwache Nerven. Mal gehörte das Momentum dem VCO, mal Ostbevern, der Verlauf war hochspannend. Osnabrück führte 5:2, lag beim Seitenwechsel 7:8 hinten – Kampf um jeden Punkt. 10:11, 12:11, 12:13, 14:13 – erster Matchball für den VCO durch einen Trick-Shot der eingewechselten Zuspielerin Agatha Janssen. Beim 15:14 und 16:15 gab es für den VCO zwei weitere, die Gäste wehrten sich. Den dritten Spielball verwandelte letztlich Lea Koopmann unter grenzenlosem Jubel zum 17:15 und 3:2-Krimi-Sieg. 

NÄCHSTES SPIEL NACH LANGER REISE IN COTTBUS

Die VCO-Damen gehen am kommenden Wochenende auf die längste Auswärtsreise ins über 500 Kilometer entfernte Cottbus. Dort steht am Samstag, 14. Februar; um 19 Uhr das nächste wichtige Duell beim Tabellenschlusslicht SV Energie Cottbus auf dem Programm.