VCO-Damen hätten sich wenigstens einen Satz beim Topfavoriten in Hildesheim verdient gehabt
HILDESHEIM. Sie hatten gekämpft, sie hatten stark aufgeschlagen, nur die Annahme hatte gerade in wichtigen Spielphasen gewackelt – die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück mussten bei ihrer 0:3 (19:25, 25:27, 22:25)-Auswärtsniederlage beim Meisterschaftsanwärter Team 48 Hildesheim (neuer Tabellenzweiter) die leidvolle Erfahrung sammeln, dass gegen einen Gegner auf Zweitligaspitzenniveau kurze Unaufmerksamkeiten eine große Bedeutung haben. Zudem stand das „Spielglück“ insbesondere im zweiten Satz nicht gerade auf Osnabrücker Seite. Für die VCO-Damen (12.) gilt es nun für einem Doppelspieltag vor heimischem Publikum, jene letzten Erfahrungen gegen eine mit Profis bestückte absoluten Topmannschaft mitzunehmen und Punkte gegen dann zwei Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte einzufahren.

KRAUS „GEGEN SO EIN TOPTEAM DARF MAN VERLIEREN“
Trainer Gunnar Kraus nahm trotz der deutlichen Niederlage einiges Positives mit auf die Heimreise durch das winterlich verschneite Niedersachsen. Durfte er auch, sein Team hatte bis auf kurze Phasen, die ein besseres Ergebnis zunichte gemacht hatten, gegen einen der absoluten Ligafavoriten gut mitgespielt und sogar dem mit etlichen Profis bestückten Gegner fast einen Satz abgeknöpft. „Ich fahre mit einem sehr guten Gefühl nach Hause, weil ich glaube, dass die Mädels nach den letzten beiden Spielen und heute verstanden haben, wie wir Spiele gewinnen können“, meinte der VCO-Coach. „Gegen so ein Topteam wie Hildesheim darf man verlieren. Schade, dass wir in entscheidenden Phasen nicht das Quäntchen hatten. Darüber ärgere ich mich ein bisschen.“
Maya Sendner bereitet mit etlichen scharfen Aufschlägen der Hildesheimer Annahme große Probleme. Ein Lob fürs Spiel vom Hildesheimer Trainer Matthias Keller, der dem VCO noch deutlich mehr zutraut im Saisonverlauf, tröstete die Zuspielerin nicht. „Meine Enttäuschung überwiegt. Im zweiten Satz haben wir gezeigt, dass wir zurecht jetzt in der 2.Liga spielen. Es waren gute Passagen da, aber den zweiten Satz müssen wir zumachen und im dritten besser starten. Abhaken.“
IM ZWEITEN SATZ SIEBEN PUNKTE-VORSPRUNG VERSPIELT
Die Partie fing an wie die Feuerwehr. Nach Osnabrücker 1:0-Führung war es die US-Amerikanerin Rachel Gunn, die nach dem 1:1-Ausgleich mit ihrem variablen und harten Aufschlag lockere acht Punkte am Stück zum 9:1 für die „48er“ einsammelte – darunter vier fette Asse hintereinander. Obwohl der VCO sich danach stabilisierte und bis auf 20:17 herankam, war die Anfangshypothek zu groß. Dennoch gefielen Kapitänin Lisanne Masselink (MVP Silber) mit gefährlichem Angabe-Service und die erstmalig mit einem Zweitspielrecht eingesetzte Mailin Kreymborg mit harten Gewinnschlägen. Am 19:25-Endstand des ersten Satzes konnten allerdings auch sie nichts mehr ändern.
Die Osnabrück Gäste blieben ihrer Linie nun weiterhin treu, starteten mutig mit viel Aufschlagdruck in den zweiten Durchgang und führten überraschend mit 6:3. Hildesheim korrigierte daraufhin erneut die Konzentration und ging selber mit 10:6 in Führung. Die eingewechselte Außenangreiferin Nele Schmitt (MVP Gold) war für das Team 48 der perfekte Joker. Die mit Profis bestückten Gastgeberinnen hatten überhaupt auf allen Positionen viel Qualität und Athletik zu bieten. Dennoch ließ sich der VCO nicht abschütteln. Beim 11:11 war Osnabrück wieder dran, beim 13:20 lag der Aufsteiger nach einer super Aufschlagserie von Maya Sendner sogar plötzlich klar vorne.
Beim 15:22 roch es endgültig nach einem Osnabrücker Satzgewinn, doch Hildesheim riss sich doch nochmal zusammen. Die Gäste bekamen derweil nun wieder wackelige Hände, beim 22:22 war der Durchgang einmal mehr ausgeglichen, ehe sich der VCO beim 24:22 schließlich doch noch zwei Satzbälle erarbeitete. Allerdings blieb Hildesheim abgezockt und verwandelte letztlich mit etwas Glück den zweiten Satzball zum 27:25. Die Gastgeberinnen hatten dabei von einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung, leider nicht die erste in diesem Jahr gegen Osnabrück in entscheidenden Phasen, profitiert. Die gut aufgelegte Mittelblockerin Lisa Lammers soll mutmaßlich bei ihrem Gewinnpunkt das Netz berührt haben. Auf beiden Seiten des Netzes gab es jedenfalls viele ungläubige Reaktionen.
Satz drei wurde abschließend ein Spiegelbild des ersten Durchgangs. Die US-Amerikanerin Rachel Gunn feuerte gleich wieder eine Aufschlagserie zum 5:0 raus, da war beinahe schon wieder früh alles gelaufen. Beim 10:3 und 15:7 versuchten die VCO-Coaches Kraus/Quistorff nochmal etwas mit Auszeiten zu retten. Beim 17:13 und zwei Assen von Lea Koopmann hätte vielleicht auch noch was gehen können, aber alle Mühen blieben schließlich vergeblich. Hildesheim spielte den Satz trotz aller Osnabrücker Gegenwehr mit 25:22 nach Hause.
KOMMENDES WOCHENENDE DOPPELSPIELTAG AM SCHLOSSWALL
Nun heißt es kurz schütteln, dann warten auf den VC Osnabrück am kommenden Wochenende zwei Heimspiele. Am Samstag (29.11.) ist zunächst um 19.30 Uhr der Tabellenneunte VCO Münster in der Schlosswallhalle zu Gast. Einen Tag später am Sonntag (30.11.) wartet an gleicher Stelle um 16 Uhr der Siebte RC Sorpesee. – beides Teams auf Augenhöhe.

