VCO-Damen trotz 2:3-Niederlage mit starkem Auftritt gegen Team 48 Hildesheim
OSNABRÜCK. Der Siebte gegen den Dritten, ein Aufsteiger gegen einen Aufstiegskandidaten – vor der Partie des 19. Spieltags der Volleyball 2. Liga Nord der Frauen war die Favoritenfrage eigentlich geklärt gewesen. Am Ende gab es am Samstagabend in einer stimmungsvollen Schlosswallhalle zwischen dem VC Osnabrück und dem Team 48 Hildesheim dennoch keinen „glatten Gang“, sondern ein spannendes Duell auf Augenhöhe. Nach spannendem Verlauf verloren die Zweitliga-Volleyballerinnen des VCO nach 2:1-Satzführung noch mit 2:3 (25:20, 13:25, 25:18, 16:25, 7:15), konnten die positive Entwicklung über die Saison mit einen insgesamt überzeugenden Auftritt trotzdem erneut unter Beweis stellen. MVP Silber wurde einmal mehr VCO-Kapitänin Lisanne Masselink mit ihrer bereits achten Individual-Auszeichnung.

QUISTORFF: „ICH DENKE, HILDESHEIM WAR ÜBERRASCHT“
Nach dem verwandelten Matchball wussten alle im VCO-Lager die knappe Niederlage nicht so richtig einzuschätzen, denn für die VCO-Damen war gegen den Dritten Hildesheim, der das Hinspiel klar mit 3:0 gewonnen hatte, diesmal tatsächlich mehr drin gewesen. Dennoch zeigte sich VCO-Coach Philippe Quistorff mit einem Lachen auf dem Gesicht. „Ich denke, Hildesheim war überrascht und wir haben gesehen, wenn die unter Druck sind, dass die auch Fehler machen. Leider haben wir es nicht geschafft, diesen Druck konstant auszuüben. Am Ende muss man sagen, die sind einfach besser und haben deshalb noch gewonnen. Die sind Dritter, dafür gibt es Gründe“, so Quistorff in der Analyse. „Heute war das ein Spiel, da konnten wir nur gewinnen und wir haben einen Punkt gewonnen. Das haben nicht so viele Mannschaften gegen Hildesheim geschafft. Das ist für uns sehr wertvoll und darüber bin ich glücklich.“
VCO-Libera Dina Dell, die viele der krachenden Hildesheimer Aufschläge entschärfen musste, fand ebenfalls viel Positives an der Niederlage. „Nach der guten Trainingswoche habe ich schon gedacht, dass da heute was drin ist. Und hat ja geklappt, wir haben einen Punkt. Heute hat unser Spiel gleich vom ersten Satz funktioniert. Natürlich bin ich dennochein bisschen enttäuscht, wir hätten mehr holen können. Aber der Punkt war wichtig“, so Dell. „Hildesheim hat leider am Ende taktisch clever mit vielen Roll-Shots unsere Lücken gefunden. Wir waren gut, die waren am Ende sehr gut.“
HILDESHEIM IM TIEBREAK CLEVERER
Die Partie begann mit einem sehr motivierten VCO-Team, das mit Körpersprache von Beginn an was zeigen wollte. Starke Aufschläge, ein guter Block und kaum Eigenfehler – das Osnabrücker Spiel lief dank einer starken Lisanne Masselink und Jolina Tönsing sofort heiß. Dagegen waren die Gäste nicht wirklich in der Partie mit vielen Eigenfehler – gerade auch beim gefürchteten Aufschlag. So erspielte sich Osnabrück über ein 3:5 einen 10:6- und 17:13-Vorsprung, ehe Merit Dresing nach einer klasse Abwehr von Dina Dell zum 18:13 abschloss – der spektakulärste Ballwechsel des ersten Satzes. Am Ende ging der erste Durchgang verdient mit 25:20 an Osnabrück.
Der Tabellendritte reagierte daraufhin, veränderte etwas seine Aufstellung und brachte mit Nele Schmitt (MVP Gold) die Unterschiedsspielerin an diesem Abend in die Partie. Zudem drehte nun LenaOnnen als Zuspielerin auf und Isabella Scarlett war über die Mitte eine Augenweide. Osnabrücks Fehlerquote wuchst stark an und so ging der Satz über 6:5, 13:7 mit 25:13 an Hildesheim.
Doch nach der Pause zeigte der VCO im dritten Satz wieder das Gesicht des ersten Abschnitts – motiviert, kampfstark und sehr zielstrebig. Die Blockarbeit durch Jolina Tönsing, Lisa Lammers, Maya Sendner und Lisanne Masselink ließ kaum etwas durch. Hildesheim schien ziemlich beeindruckt auch von Osnabrücks Spiellaune. Der VCO setzte sich nach einem 7:7 durch eine kleine Aufschlagserie Lammers zum 11:7 vorentscheidend ab. Beim 15:9 war der Satz vorentschieden, der VCO im Flow – Endstand 25:18 und 2:1-Satzführung.
Aber das war noch nicht die Entscheidung, weil der Favorit abermals reagierte, seine Aufschlagstärke wiederfand und mit Trainer Keller an der Seitenlinie jemand hatte, der sein Team mit viel Einsatz und Lautstärke nach vorne pushte. Nach einer 7:5-VCO-Führung schlug das Pendel mehr und mehr in Richtung Gäste aus, die den 2:2-Satzausgleich durch ein 25:16 schafften. Scarletts Wucht über die Mitte Schmitts Angriffe über außen waren nun kaum noch zu kontrollieren. Auch im Tiebreak ein ähnliches Bild, Hildesheim war nun mit starken Aufschlägen und Überzeugung nicht mehr aufzuhalten, obwohl die VCO-Damen weiter kämpferisch dagegenhielten – finaler Endstand 15:7 für Hildesheim.
NÄCHSTES SPIEL IN 14 TAGEN BEIM RC SORPESEE
Die VCO-Damen können nun nach einem strammen Programm in den letzten Wochen mit Auswärtsspielen in zweimal Münster, Potsdam und Cottbus erstmal 14 Tage durchatmen. Dann wartet nach einem freien Wochenende am Samstag, 7.März, 18.30 Uhr, in Sundern beim RC Sorpesee die nächste knifflige Aufgabe.


