FEHLSTART NICHT MEHR AUFZUHOLEN

VCO-Damen I enttäuschen beim 1:3 mit schwachen ersten zwei Sätzen

OSTBEVERN. Mit Hoffnungen angereist, mit einer Enttäuschung im Gepäck wieder abgereist – die Volleyballerinnen des VC Osnabrück sind auch nach dem vierten Spiel ohne Punktgewinn  immer noch nicht in der 2. Liga angekommen. Der Aufsteiger erlebte diesmal beim 1:3 (15:25, 11:25, 25:17, 21:25)beim bislang ebenfalls punktlosen BSV Ostbevern eine Lehrstunde in Sachen Willensstärke sowohl in der Anfangsstunde als auch in der „Crunchtime“ des vierten Satzes. Am Ende gab es aber nicht nur beim VCO nachdenkliche Gesichter, sondern auch beim Gewinner, der Hannah Theis und Sophia Kerkhoff im Spielverlauf mit schweren Verletzungen verlor. 

Foto: Martin König

QUISTORFF: „DAS WAR DER ABSOLUTE BLACKOUT

VCO-Trainer Philippe Quistorff war die Enttäuschung wie jedem im Osnabrücker Lager, auch den zahlreichen Osnabrücker Fans auf der Tribüne, ins Gesicht geschrieben. „Die Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben, wenn man die Basics und das alles, was man in der Woche trainiert, nicht anwendet und hinbekommt. Das war am Anfang der absolute Blackout“, meinte Quistorff. „Wir müssen das natürlich aufarbeiten, dann schnell abhaken und nächste Woche wieder aufs Neue von null anfangen. Zu heute ist sonst nichts mehr zu sagen.“

Ostbeverns Trainer Dominik Münch machte sich mehr Gedanken über seine beiden verletzten Spielerinnen als sich über den ersten Saisonsieg zu freuen. „Erleichterung spüre ich gerade gar nicht. Natürlich freue ich mich über das Ergebnis, aber das Spiel war heute für mich sehr emotional. Ich würde lieber tauschen – 0:3 verloren, dafür aber die beiden nicht verletzt.“ 

AM ANFANG NICHT AUF DEM FELD

Es war eine Partie, bei der beiden Teams die Bedeutung klar gewesen war. Das Ziel hieß hüben wie drüben, ein Sieg gegen einen Team auf Augenhöhe, das bisher auch noch ohne Punkte dastand. Und diesem Druck war die Mannschaft des Gastgebers an diesem Abend deutlich besser gewachsen, das mit der gut gefüllten Halle und lautstarken Fans im Rücken von Beginn an mutig sein Herz in die Hand nahm. Osnabrück schien dagegen von der Aufgabe erdrückt und bekam in den ersten beiden Sätzen keinen Fuß auf den Hallenboden.

Ostbevern diktierte gleich die Szenerie mit harten Aufschlägen, die die VCO-Volleyballerinnen nur schwer entschärfen konnten – immer wieder Annahmefehler, dazu etliche Abspracheprobleme. Und auch im Angriff fand die diesmal von Beginn an spielende Zuspielerin Agatha Janzen viel zu eindimensional Osnabrücks Diagonalangreiferin Lisanne Masselink. Die Gastgeberinnen hatten es so leicht, ihr Spiel über die Außenangreiferinnen Marie Kolkmann und Kathrin Pasel sowie die Diagonale Sophia Kerkhoff (MVP Gold) aufzuziehen. Beim 2:6 nahmen die VCO-Coaches Gunnar Kraus und Philippe Quistorff die erste Auszeit, beim 5:13 die zweite. Jolina Tönsing gelang zum 7:17 die allererste sehenswerte Aktion aus VCO-Sicht mit eine „schnellen Mitte“. Das alles brachte aber nichts mehr, Ostbevern sicherte sich problemlos den ersten Durchgang mit 25:15. Auch im zweiten Satz änderte sich an dem Spielverlauf nichts, aus Osnabrücker Sicht wurde es eher noch unübersichtlicher. Der BSV gefiel mit starker Aufschlagwucht, der VCO rutschte mit schwacher Annahme von einer Verlegenheit in die andere. Auch die Einwechselung von Zuspielerin Maya Sendner für Janzen brachte zunächst keine Steigerung. Der zweite Abschnitt endete so über 3:10, 5:17 mit einer 11:25-Klatsche aus Sicht der Gäste.

Nach rund 50 Minuten ging nun aber endlich ein kleiner Ruck durch das VCO-Team, das darüber hinaus von einer ersten Verletzungsunterbrechung beim Stand von 4:1 für Ostbevern profitierte. Dazu brachten die Einwechselungen der guten Blockerin Charlotte Berelsmann und von Merit Dresing auf Außen zur Stabilisierung der Annahme wichtige Impulse. Das Osnabrücker Spiel wurde außerdem im Aufschlag deutlich gefälliger, beim Gastgeber schlichen sich nun mehr und mehr Fehler ein. Zwei gute Aufschlagserien von Dresing und Sendner brachten den VCO von 6:9 auf 17:11vorentscheidend in Führung. Mittelblockerin Lisa Lammers (MVP Silber) ging nun mit viel Energie voran. Osnabrück sicherte sich Satz drei aufgrund einer arbeitsintensiven Leistungssteigerung mit 25:17. 

Die Gäste waren in der Partie angekommen und Ostbevern musste im vierten Durchgang beim Stand von 3:5 aus BSV-Sicht eine weitere Verletzung wegstecken. Beide Teams schenkten sich bei einer lautstarken Kulisse auf der Tribüne fortan nichts. Beim 15:11 schien das Pendel ein wenig Richtung Gäste auszuschlagen, doch Ostbevern hielt kampfstark dagegen. Beim 16:15 verwandelte Lisa Lammers scheinbar zum 17:15 für Osnabrück, doch ein technischer Fehler machte einen Strich durch die Rechnung – eine mitentscheidende Situation für den Ausgang der Partie. Für den BSV war das nämlich der Startschuss für eine packende Schlussphase, in der die Gastgeberinnen mit scharfen Aufschlägen und großer Willenskraft über 21:17, 21:20 und 24:20 im wahrsten Sinne des Wortes den Sieg erkämpften.  Endstand 25:21 in Satz vier, 3:1-Sieg für den BSV Ostbevern.

NÄCHSTES SPIEL IN BONN

Die Woche sollte dem VCO-Team nun die Möglichkeit geben, über die bisherigen vier Partien nachzudenken und die passenden Schlüsse zu ziehen. Ein solcher Start ist nicht so schön, als Aufsteiger kann man eine solche Bilanz zu Saisonbeginn jedoch erwarten. Teamgeist und Selbstkritik sind auf jeden Fall gefordert. Gelingt es zudem die letzten beiden Partien zusammenzufügen, dann ist der VC Osnabrück auf dem richtigen Weg. Im Heimspiel gegen Potsdam gelangen ohne Druck zwei gute erste Sätze, in Ostbevern nach einem 0:2-Satzrückstand zwei ordentliche Sätze drei und vier. Nächste Möglichkeit, an den ersten Punkten in der Tabelle zu arbeiten, besteht für die VCO-Damen am kommenden Sonntag (9.11., 15 Uhr, Hardtberghalle) bei der SSF Bonn.