VCO-Damen I feiern nach Achterbahnfahrthistorischen 3:2-Erfolg in Bonn
BONN. Es war mitreißend, es war megaspannend und für beide Seiten ging es am Sonntagnachmittaghoch und runter – am Ende jubelten die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück nach zwei abgewehrten Matchbällen über einen 3:2 (25:23, 25:23, 18:25, 22:25, 17:15)-Auswärtssieg bei den SSF Bonn. Und es war nicht irgendein Sieg, es war der erste in der Saison 2025/26 nach vier Niederlagen ohne Punktgewinn und außerdem für den VCO als Verein der erste in der 2. Liga überhaupt. Dementsprechend ausgelassen tanzten die Spielerinnen um MVP Gold Julia Bartholomaeus auf dem Parkett der Hardtberghalle und genossen nach Wochen des Zweifelns den großartigen Augenblick.

KRAUS: „ICH BIN VÖLLIG FERTIG“
VCO-Trainer Gunnar Kraus stellte sich mit einem breiten Lachen nach einer Nerven raubenden Partie dem Interview, die riesige Anspannung der vorangegangenen 121 Minuten war weg. „Ich bin völlig fertig, aber sehr glücklich. Es ist psychologisch super wichtig für uns, dass wir den Beweis erhalten, dass wir gut arbeiten. Wir haben wieder große Hänger gehabt, diesmal aber nie aufgegeben“, lobte der VCO-Coach sein Team für den großen Kampfgeist. Mittelblockerin Maja Lange, die als erstmalige Starterin ihre Erfahrung aus der 2. Liga Pro bestens einbrachte, konnte nur beipflichten. „Unsere Energie war großartig, wir sind heute alle sehr positiv ins Spiel gegangen. Jetzt sind wir richtig ready, in die Saison zu starten“, so Lange.
NACH 2:0-FÜHRUNG WURDE ES NOCH RICHTIG ENG
Die VCO-Damen starteten diesmal mit einer erfahrenen Formation in die Partie. Neben Maya Sendner (Zuspiel) brachten auch Lisanne Masselink (Diagonal), Lisa Lammers und Maja Lange (beide Mitte) ihre Erst- bzw. Zweitligaerfahrung in diese so wichtige Partie ein. Julia Bartholomaeus als 36-jährige Libera, dazu die 30-jährige Maria Koop und die langjährige Stammkraft Merit Dresing (24) sorgten mit starken Aufschlägen, eine guten Annahme und jede Menge Überzeugung im Angriff für einen selbstbewussten Auftritt.
Bonn schien davon überrascht und hatte das Tabellenschlusslicht wohl auch ein wenig unterschätzt. Die erste Zuspielerin Sophia Zimmermann wurde beispielsweise geschont, was sich nach dem Verlust des ersten Satzes schnell ändern sollte. Osnabrück startete mit einer 3:0-Führung. Bonn hielt zwar dagegen, mehr wie zum Ausgleich beim 7:7, 11:11 und 13:13 reichte es aber nicht. Der VCO packte in diesen Augenblicken immer wieder die Kampfkraft aus. Erst beim 18:17führten die Schwimm- und Sportfreunde (SSF), was jedoch Maja Lange mit einer erfolgreichen Aufschlagserie zur vorentscheidenden VCO-Führung bei 23:19 beantwortete. Der erste Satz ging kurze Zeit später mit 25:23 für die Gäste zu Ende.
Nun wachte Bonn auf, bei Osnabrück machte sich nach dem Satzgewinn ein Konzentrationsabfall bemerkbar. Die Gastgeberinnen waren ab sofort mit der eingewechselte Zuspielerin Sophia Zimmermann in der Regie deutlich klarer in ihren Angriffsaktionen und gingen schnell mit 9:2 in Führung. VCO-Coach Kraus hatte da schon seine zweite Auszeit genommen und dreimal gewechselt. Für die Außen Koop und Dresing sowie Libera Bartholomaeus kamen die „jungen Wilden“ Lea Koopmann, Lotta Lorenz und Dina Dell und brachten eine nicht mehr für möglich gehaltene Wende in Gang. Nach einem 3:12 und 6:15 aus Osnabrücker Sicht gab es dank einer enormen Leistungssteigerung in allen Elementen noch einen 19:8-Lauf und nach einem Ass von Lange den zweiten Satzgewinn mit 25:23.
Jetzt war Bonn bei 0:2-Satzrückstand endgültig herausgefordert – und lieferte. Die SSF-Angriffsmaschinerie lief von Minute zu Minute besser über die Außenangreiferinnen Maasewerd, Single und Faller, die Mitte mit der starken Jil Monitor sowie der enorm hoch abschlagenden „Diagonalen“ Annika Brück. Die Gastgeberinnen sicherten sich Durchgang drei mit 25:18, Satz vier mit 25:22. Das VCO-Team hatte nur leicht nachgelassen, insgesamt dennoch weiter kämpferisch dagegengehalten.
Beim Seitenwechsel des Tiebreaks und einem 8:4 für Bonn schien die Sache schließlich nahezu schon gelaufen, doch es kam in einer packenden Schlussphase anders. Lea Koopmann brachte den VCO mit einer Fünfer-Aufschlagserie mit 10:8 in Führung, worauf Bonn antwortete und beim 13:10seinerseits fast schon durch war. Bei 13:13 hieß es aber einmal mehr Gleichstand, worauf beim 14:13und 15:14 zwei Matchbälle für die SSF folgten. Die Nerven bei Osnabrück hielten dem Druck stand. Ein verschlagener Bonner Angriffsball beendete am Ende den fünften Satz mit 17:15. Der historische 3:2-Sieg für den VC Osnabrück war in trockenen Tüchern.
NÄCHSTES SPIEL GEGEN COTTBUS
Am kommenden Wochenende wartet nach zwei Auswärtsauftritten das nächste Heimspiel. Am Samstag, 15. November empfangen die VCO-Damen die Mannschaft von SV Energie Cottbus. Spielbeginn in der Schlosswallhalle ist wie gewohnt um 19.30 Uhr.


