EIN BESONDERER SIEG DER MORAL

VCO-Damen bringen aus Cottbus ein 3:1 nach 1000 Kilometern auf der Autobahn mit

COTTBUS. Für die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück war der neunte Saisonsieg im 18. Spiel beim Tabellenschlusslicht sicher nicht der glanzvollste, dafür aber einer für die Moral. 19 Stunden unterwegs, über 1000 Kilometer auf der Autobahn, aber auf der Rückfahrt durch die Nacht drei wichtige Punkte im Gepäck – der Aufsteiger durfte im Bus nach einem 3:1 (26:24, 18:25, 25:11, 25:23)-Sieg beim SV Energie Cottbus am Samstagabend zurecht ein wenig feiern. Die VCO-Damen meisterten diese doch ziemlich große Herausforderung bravourös und mit großem Einsatz. Für den Tabellensiebten beträgt der Vorsprung zur Abstiegszone sechs Spieltage vor Saisonende weiter recht beruhigende zehn Punkte. Kapitänin Lisanne Masselink erhielt für das VCO-Team, das im dritten Satz noch rechtzeitig das Gaspedal durchdrückte, zum siebten Mal die MVP-Medaille. 

Foto: Ralf Osthoff

KRAUS: „AM ENDE ZÄHLEN DIE DREI PUNKTE“ 

VCO-Trainer Gunnar Kraus nahm den nächsten wichtigen Sieg seiner Mädels mit großer Zufriedenheit und Genugtuung zur Kenntnis. „Am Ende zählen die drei Punkte heute. und dann ist es völlig egal wie. Wir haben sicher nicht so gut gespielt, wie wir wollten. Aber wer das Spiel gewinnt, war die bessere Mannschaft. In einigen Bereichen sind wir dennoch hinter unseren Ansprüchen geblieben“, bewertete Kraus eine sportlich mäßige Partie beim Tabellenschlusslicht. „Am Aufschlagniveau in den drei gewonnen Sätzen kann man nichts mäkeln. Aber zu Beginn an der Organisation unserer Abwehr und bei der Bewegung zum Ball – nun ja, wir arbeiten an den guten Spielen. Aber, die trainieren achtmal die Woche, wir nur dreimal mit unseren Möglichkeiten. Das muss man mit bewerten.“

Jolina Tönsing, die im dritten Satz gemeinsam mit Lea Koopmann, Lisanne Masselink und Merit Dresing wichtige Aktivposten für die Leistungssteigerung war, nahm ebenfalls einiges Positives mit aus der Partie. „Wir haben natürlich nicht unsere Höchstleistung aufs Parkett gebracht. Aber nach unserem Totalausfall im zweiten Satz haben wir uns wieder gefangen und im dritten Satz gezeigt, das wir stark Volleyball spielen und mit Druck ein Spiel gewinnen können.“ 

NOCH RECHTZEITIG DAS GASPEDAL GEFUNDEN

In den 99 Spielminuten gab es eine ganz wichtige Phase. Nach dem 1:1-Satzausgleich starteten die Gastgeberinnen aus Cottbus weiter mit Vorteilen und einem 4:1 in Durchgang drei, als zwei starke Aufschlagserien von Lea Koopmanm und Jolina Tönsing für Osnabrück aus einem 3-Punkte-Rückstand einen 12-Punkte–Vorsprung (17:5) generierten – die Vorentscheidung.

Die Partie hatte vorher mit einer zähen Startphase aus Osnabrücker Sicht begonnen. Cottbus präsentierte sich in einer gut gefüllten Halle angriffslustig und erspielte sich mit großer Dynamik über Zuspielerin Ann-Sophie Schiller (MVP Silber) und den beiden wuchtigen Angreiferinnen Lara Sophie Bamberg und Helene Kinner eine schnelle 9:3-Führung. Danach wurde jedoch eine große Fehlerquote des Tabellenschlusslichtsunübersehbar, die das VCO-Team ein gutes Stück in den Satz brachte. Spielerisch war Cottbus zu Beginnstärker, der VCO bewahrte aber die Ruhe und wurde am Ende des Satzes mit einem 25:23 belohnt. Bis zum 23:22 hatte Cottbus geführt, Osnabrück besorgte sich das bessere Finale Dank seiner beiden erfahrenen Spielerinnen Maya Sendner und Lisanne Masselink. Kurioser Punkt zum wichtigen 25:24-Satzball, als Sendner in die Bande knallte und Lotta Lorenz die Cottbuser Schockstarre mit einem gepritschten Ball nutzte – Kurz danach Endstand 26:24.

Im zweiten Satz rutschte die Osnabrücker Leistung mit vielen Unzulänglichkeiten in Abwehr und Angriff spürbar in den Keller. Cottbus übernahm nun zwischenzeitlich die Regie und besorgte sich verdient mit 25:18 den 1:1-Satzausgleich dank schwungvoller Angriffsaktionen. 

Und dann kamen die zwei beschriebenen Aufschlagserien, die die Partie final entscheidend beeinflussten. In der Folge wuchs der VCO-Aufschlagdruck und die beiden Zuspielerinnen Maya Sendner und Agatha Janzen konnten so immer besser ihre Angreiferinnen über alle drei Positionen in Szene setzen. Auf der anderen Seite agierte Cottbus mehr und mehr konfus und musste ein 11:25hinnehmen. Im vierten Satz sammelte der Tabellenletzte allerdings nochmal seine Reserven, ging mit 14:9 in Führung, ehe erneut Cottbuser Eigenfehler und eine in dieser Phase auffällig agierende VCO-Kapitänin Masselink wie sooft ihr Team zurückführte. Außerdem wurde in den Sätzen drei und vier die Blockquote deutlich besser. Beim 16:16 war der Satz  ausgeglichen, beim 23:20 lag der Favorit aus Niedersachsen vorentscheidend vorne und sicherte sich nach einem Eigenfehler der Lausitzerinnen mit 25:23 den vierten Satz und einen befreienden 3:1-Sieg. 

NÄCHSTES SPIEL GEGEN TOPTEAM HILDESHEIM

Die Reise durch die 2. Liga geht Schlag auf Schlag weiter, am kommenden Wochenende steht das nächste Heimspiel auf dem Programm. Dann empfangen die VCO-Damen am Samstag, 21. Februar um 19.30 Uhr den Tabellendritten Team 48 Hildesheim – eine der absoluten Topmannschaften der Liga.