VCO-Damen I warten nach 1:3 gegen SC Potsdam II weiter auf die ersten Zweitligapunkte
OSNABRÜCK. Beste Volleyball-Unterhaltung am Samstagabend, dennoch gab es nach 108 Spielminuten nachdenkliche Gesichter in der Schlosswallhalle. Die Zweitliga-Vollleyballerinnen des VC Osnabrück haben auch ihr drittes Saisonspiel verloren und mussten sich in einem Duell zweier bisher siegloser Mannschaften trotz langer Zeit ordentlicher Leistung dem SC Potsdam II mit 1:3 (26:28, 25:22, 18:25, 11:25) geschlagen geben. Eine Schiedsrichterentscheidung im ersten Satz beeinflusste möglicherweise den Spielverlauf, gegen Ende fehlte dem Team von Gunnar Kraus der rechte Glaube an eine zweite Wende. Die MVP-Silbermedaille auf Osnabrücker Seite sicherte sich Libera Dina Dell.

KRAUS: „IMMERHIN SCHON ZWEI GUTE SÄTZE, DER REST WIRD KOMMEN“
VCO-Trainer Gunnar Kraus wusste aufgrund des Leistungsabfalls nach zwei guten Sätzen nicht so recht, wie er die Partie einordnen sollte. „Ich sehe das zweigeteilt. Die ersten zwei Sätze haben wir so gespielt, wie ich mir das erhofft hatte mit einer Entwicklung nach vorne. Da wäre natürlich schön gewesen, wenn wir schon den ersten Satz gewonnen hätten“, so der VCO-Coach. „Dann gab es den Abfall im dritten Satz, was für uns in der Vergangenheit schon mal weg war, jetzt aber wieder da ist. Und der letzte Satz sorgt natürlich dafür, dass man enttäuscht nach Hause geht“, bilanzierte Kraus.
Die diskutable Schiedsrichterentscheidung Ende des ersten Satzes wollte der Trainer nicht zum Thema machen, ärgerte sich derweil ein wenig über zwei Annahmefehler in der Crunchtime bei eigenem Satzball und beim Satzball des Gegners. „Wir können das leider nicht beeinflussen, es gibt in allen Spielen Fehlentscheidungen und das war eine klare. Wir müssen halt weiter an der Konstanz arbeiten und hart und konzentriert trainieren. Potsdam hatte heute eine gute Annahme, war sehr athletisch und im Block sehr präsent“, zollte Kraus dem Gegner Respekt und bewahrt die Ruhe. „Wir sind trotzdem auf einem richtigen Weg. Heute waren es immerhin schon zwei gute Sätze, der Rest wird kommen.“
Dina Dell durfte sich nicht nur über die MVP-Medaille freuen sondern auch über Unterstützung ihres privaten Fanclub auf einer erneut gut gefüllten Tribüne. „Natürlich sind einige von uns nach so einem Spiel genervt. Aber hätten wir den ersten Satz gewonnen, wäre das Spiel wahrscheinlich anders gelaufen. Klar, haben wir am Ende nachgelassen, aber das ist nichts, was wir nicht noch beheben können“, meinte die VCO-Libera. „Was die Konstanz betrifft, da haben wir letztes Jahr auch vier Spiele gebraucht, bis das besser wurde. Ich denke, das kommt jetzt auch noch in den kommenden Spielen, auch wenn wir gedacht haben, dass das diesmal schneller klappen könnte.“
ERST FEHLT DAS MOMENTUM, DANN DIE WETTKAMPFHÄRTE
Der VC Osnabrück war mit viel Mut in die richtungsweisende Partie gestartet, den Gästen aus Potsdam, die in die Spielvorbereitung eine Übernachtung in Hannover und ein Vormittagstraining in Osnabrück eingebaut hatten, war ebenfalls der Wille zum ersten Sieg von Beginn an anzumerken. Schnell war zu erkennen, wie die Brandeburgerinnen an diesem Abend zum Erfolg kommen wollten – mit einer starken Zuspielerin Rike Machner und den enorm athletischen Außenangreiferinnen Henriette Kranz und Edda Schulz, die sich die Partie die MVP-Goldmedaille „erschmetterte“.
Die VCO-Damen brauchten eine kurze Anlaufphase, ehe nach der ersten Auszeit und einem 3:8 der Motor so langsam auf Touren kam. Insbesondere VCO-Außen Lotta Lorenz brachte Osnabrück mit starken Angriffsschlägen heran. Nach dem 12:12blieb es bis in die Schlussphase ein Duell auf Augenhöhe, wo der VCO leichte Vorteile besaß beim 21:19 und 23:21. Es folgten drei Satzbälle, die allesamt abgewehrt wurden, ehe dem VCO-Team leider ein vierter verwehrt blieb. Ein Angriffsschlag der Gäste landete im Aus, doch das Schiedsgericht hatte kurioserweise und exklusiv eine „Touche-Ball“ gesehen. Satzball für Potsdam beim 27:26, eine unkonzentrierte VCO-Annahme und schon war aus Osnabrücker Sicht der erste so wichtige Durchgang futsch.
Das VCO-Team von Trainer Gunnar Kraus hakte diesen unglücklichen Ausgang ab und startete mit neuem Schwung in den zweiten Satz. Eine enorm kraftvolle Kapitänin Lisanne Masselink ging in dieser Phase voran und brachte ihr Team auf Kurs. Nach 0:3 und 7:4 schlug das Pendel Richtung VCO aus, weil nun das Spiel über Zuspielerin Maya Sendner an Variabilität zulegte, die Mitten Lisa Lammers und Jolina Tönsing einiges wegblockten und Potsdam so in die Defensive geriet. Eine Aufschlagserie von Sendner zum 17:11 brachte die Vorentscheidung, Osnabrück kämpfte sich insgesamt mit einer starkenBlock-Feldabwehr um die Libera Dina Dell zum 25:22 und zum 1:1-Satzausgleich – alles offen.
In der zehnminütigen Pause ordnete sich Potsdamneu und setzte in der Folge vermehrt auf das Duo Kranz und Schulz über die Position vier. Nach einer 3:1-Führung schien es jedoch zunächst noch so, als wenn der VCO den Flow des zweiten Satzes fortsetzen könnte. Doch ein 0:5-Lauf zum 4:9 ließ die Partie vorentscheidend kippen. Der SCP hatte mit seiner dynamischen Spielweise und scharfen Aufschlägen wieder Körpersprache, die Gastgeberinnen verkrampften auf der anderen Seite zusehends und konnten trotz allem Bemühen den Rückstand der Anfangsphase nicht mehr einfangen. Das 25:18 für Potsdam brachte die Vorentscheidung, denn im vierten Satz war bei den VCO-Damen nach einem 0:6 schnell der Stecker gezogen. Letztendlich spielte Potsdam souverän die Partie mit 25:11 nach Hause und feierte aufgrund der reiferen Leistung einen verdienten 3:1-Sieg.
NÄCHSTES SPIEL IN OSTBEVERN
Weiter geht es am kommenden Samstag. Dann geht es am Samstag, 1. November auf eine kurze Reise zum Derby zum BSV Ostbevern. Spielbeginn in der westfälischen Nachbarschaft ist um 19 Uhr.


