ALS UNDERDOG AN DEN RHEIN

VCO-Damen I gehen frisch motiviert an die Auswärtsaufgabe SSF Bonn heran

OSNABRÜCK. Die ersten vier Spiele sind analysiert, die nächste Auswärtsaufgabe SSF Bonn steht bevor und soll als Muntermacher für die kommenden Wochen dienen. Die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Osnabrück reisen nach vier Niederlagen zum Saisonstart am Sonntag (Beginn 15 Uhr) als Tabellenschlusslicht mit einer, im Fußball würde man sagen, „Pokalmentalität“ an den Rhein und wollen in der Hardtberghalle (Gaußstr. 1, Bonn) dem Favoriten ein Bein stellen. „Wir haben da nichts zu verlieren, können aber einiges gewinnen“, gibt sich VCO-Coach Gunnar Kraus erwartungsfroh. Die Frauen der SSF Bonn haben als Tabellensechster bislang dreimal gewonnen und zweimal verloren.

Foto Jörg Papke

KRAUS: „BONN IST DER FAVORIT, WIR SIND DAVID“ 

Die drei bisher gewonnenen Sätze sollen für die VCO-Damen in Bonn der Maßstab sein, dabei zeigten die Osnabrückerinnen bereits ihr durchaus vorhandenes Potenzial. Das klappte aber noch nicht auf Strecke. Entweder gab es einen Fehlstart wie in Schwerin oder Ostbevern, oder hinten raus fehlten ein paar Körner wie gegen USC Münster II oder SC Potsdam II nach einem 1:1-Satzausgleich.

VCO-Coach Gunnar Kraus sieht die Ausgangslage am Wochenende als leistungsfördernd für sein Team an. „Wir stehen ganz unten in der Tabelle, deshalb steht der Favorit jetzt immer auf der anderen Seite. Das wird uns helfen, wie man aus der Vergangenheit weiß“, so Kraus. „Mein Ziel als Trainer ist, dass wir unser Niveau finden und die Balance dann auch während des Spiels halten. Mal schauen, wie das am Sonntag klappt.“

Beim Montagstraining waren alle Spielerinnen an Bord, immer ein gutes Zeichen nach Niederlagen. Befreit nach Bonn fahren, das ist die Marschroute, und dann schauen, was geht. „Wir müssen die mentale Stärke für die 2. Liga bekommen. Ansonsten wissen wir, was wir können, wie man schon phasenweise in den bisherigen Spielen gesehen hat. Bonn ist Favorit, wir sind David und holen unsere Schleuder raus“, erwartet Gunnar Kraus einen erfahrenen Gegner mit einigen Stärken, insbesondere über die Mitte.

SSF BONN IN DER ZWEITEN SAISON ZWEITLIGST

In der vergangenen Saison 2024/25 schloss das Team der Schwimm- und Sportfreunde (SSF) Bonn als Aufsteiger auf Platz neun ab. Davor waren die Rheinländerinnen ein etablierter Drittligist und wollen sich nun in der 2. Liga Nord etablieren. 

Die „Bizepsvolleys“ wurden in der Saisonvorbereitung von Coach Robert Kroner besonders im Bereich Athletik gefordert und geformt – ein Markenzeichen aller Teams in der 2. Liga, die athletische Grundlagen. Das Team aus der ehemaligen Bundeshauptstadt erhielt Zuwachs durch vier Spielerinnen in Person von Annig Kaminski (Human Essen/ Regionalliga/ Diagonal), Milla Rust (PTSV Aachen II/ 3. Liga/ Zuspiel), Meret Faller (Eimsbüttler TV II/ Regionalliga/ Mitte) und Anna Rink (Mitte). In den ersten fünf Partien gab es mit Lina Adams (Nr. 1, Libera), Lena Maasewerd (Nr. 10, Außen), Klara Single (Nr. 9, Außen), Jil Monitor (Nr. 11, Mitte) und Sophie Zimmermann (Nr. 14, Zuspiel) fünf verschiedene MVP,  was für die Ausgeglichenheit spricht.

Bonn hat aktuell mit drei Siegen gegen Sorpesee (3:0), Schwerin II (3:0) und Cloppenburg (3:1) sowie zwei Niederlagen gegen die Spitzenteams Hildesheim (1:3) und Münster II (2:3) eine leicht positive Bilanz zu Buche stehen. Zuhause in der Hardtberghalle gab es in den ersten beiden Partieneine Niederlage gegen Hildesheim und einen Sieg am letzten Sonntag gegen Cloppenburg.